von Stefan Schallert
am 15. Februar 2017
4 Minuten Lesezeit

Zum Auftakt unseres renommierten Africa’s Photographer of the Year Fotowettbewerbs haben wir Profi Simon Watson um ein paar Tipps zur Fotokomposition gebeten. Wir laden passionierte Fotografen dazu ein, ihre besten Schnappschüsse mit unserer Jury und allen Afrika-Freunden da draußen zu teilen, um mit ihrer Aufnahme eine zehntägige Safarireise für Zwei und zahlreiche andere Preise zu gewinnen. Klingt interessant? Dann machen Sie mit: das erste Kapitel zum Thema „Kapstadt“ hat gerade gestartet.


Was macht ein gutes Foto wirklich aus?

Das haben wir unseren hauseigenen, mehrfach ausgezeichneten Wildtierfotografen Simon Watson gefragt.

Photographer Simon Watson shooting in Botswana

Rhino Africas Haus- und Hoffotograf Simon Watson

“Für mich definiert sich ein gutes Foto dadurch, dass es etwas kommuniziert was nicht in Worte zu fassen ist,“ antwortet Simon nach kurzer Bedenkzeit und erzählt folgende Anekdote:

„Gegenüber des Tate Modern in London gibt es einen Buchladen, wo ich stöbernd auf ein secondhand Fotoalbum mit schwarz-weiß Aufnahmen von verschiedenen Kunstfotografen stieß. Zwischen Straßenfotografien, mit fast zeichnerischen Kompositionen, Mustern und simplen Objekten fand ich ein Bild von einem Typen namens Harry Callahan. Es war ein Foto von einer Frau und einem jungen Mädchen auf einem Bett liegend, mit einem Fenster und einem Ventilator. Simpel. Callahan fotografiert seine Frau und Tochter oft in seinen Bildern, aber jenes hat eine besondere Qualität an sich. Ich kann nicht wirklich sagen, was es ist. Was ich in dem Bild sehe, ist eine der schönsten Szenen, erfüllt von Natürlichkeit und Unschuld- man schlüpft in die Rolle des Fotografen und gleichzeitig in jene des Vaters; der simple Raum, das verlotterte Laken und das einfallende Morgenlicht. Dies erweckt ein warmes Gefühl von Familie und Unschuld und eben etwas, das ich nicht in Worte fassen kann. Und obwohl das Mädchen und die Frau nackt sind ist nichts Sexuelles an dem Foto. Dies macht es für mich zu einem der schönsten Bilder. Für jemand anderen ist es vielleicht völlig belanglos und auch das liebe ich sehr an der Fotografie.“


Leider können wir Ihnen auch nicht sagen was es genau ist, was ein Foto einzigartig und bewegend macht. Aber mit Simons Hilfe haben wir einige Regeln für Sie zusammengefasst, die dabei helfen ein wirklich außerordentliches Bild zu schießen. Der erste und wichtigste Schritt vom passionierten Hobbyfotografen zum Profi ist das Prinzip guter Komposition, so Simon. Ist man erstmals mit der Zusammensetzung eines Bildes vertraut, machen die vielen anderen Aspekte der Fotografie wesentlich mehr Sinn. Deshalb hier die Grundregeln der Komposition:

Straßen und Horizont als Führungslinien
  1. Führungslinien

Führungslinien bestimmen wie das Auge das Bild erfasst. Das Prinzip dahinter ist es die natürlich gegebenen Linien in die Bildkomposition zu integrieren, so dass der Rahmen sich so gestaltet, dass zum Fokus des Bildes hinführen. Führungslinien können zum Beispiel der Horizont, ein Fluss oder eine Straße sein.

  1. Symmetrie und MusterSymmetrie durch Reflexionen

Symmetrie und Muster geben Fotografen die Möglichkeit ihren Fotos einen besonderen Charakter zu verleihen. Besonders Muster können in vielen Situationen eingesetzt werden: Brechende Wellen an der Küste Mosambiks oder die Fußabdrücke eines Nilpferds im schlammigen Boden des Okavango Deltas. Symmetrie ist auf Safari und in der Natur in der Regel etwas schwerer zu finden, aber kann gerade deshalb zu erstaunlichen Resultaten führen. Tipps für symmetrie-verleihende Elemente sind Reflexionen in stillen Gewässern oder endlos lange gerade Straßen.

  1. Die Drittel RegelRaster der Drittel-Regel

… wird auch Zwei-Drittel Regel gennant und ist eine der etabliertesten Regeln bei der Komposition eines Bildes. Viele Kameras haben das Raster bereits in den Sucher ihrer Kameras eingebaut. Das Prinzip dahinter besagt, dass die Hauptobjekte an den Berührungspunkten der Drittel liegen sollen um das Bild ausbalanciert und ansprechend zu gestalten.

Diagonalen: Mit den Diagonalen verhält es sich technisch ähnlich. Sie werden genutzt um das Auge von einer Seite des Bildes zur anderen zu führen, was speziell in der Portraitfotografie ausgezeichnet funktioniert.

  1. BalanceDurch die richtige Gewichtung Balance schaffen

Platziert man die Elemente gemäß der Drittel-Regel an den Rand des Bildes, können “leere” Bereiche entstehen. Deshalb sollte bei der Auswahl der Perspektive und des Motivs auch auf die Gewichtung des Bildes geachtet werden, um die richtige Balance zwischen überfüllt und zu leer zu finden.

  1. RahmenNatürliche Rahmen nutzen

Im Englischen Framing genannt, bezeichnet man die Technik natürliche Rahmen aus der Vegetation und Umgebung zu verwenden, um dem Bild eine Spur von Realität und Schärfenkontrasten zu geben und somit „Hindernisse“ in Kompositionselemente zu verwandeln.


Vielleicht gelingt Ihnen ja mit diesen Tipps der Schnapschuss um Africa’s Photographer of the Year zu werden. Schauen Sie regelmäßig in unserer Gallerie vorbei und lassen Sie sich von den Aufnahmen der anderen Teilnehmer inspirieren. Und sollte Sie einfach so die Reiselust gepackt haben, freuen sich unsere Reiseexperten von Rhino Africa darauf Sie an die schönsten Plätze Afrikas zu bringen.