von Stefan Schallert
am 24. April 2017
4 Minuten Lesezeit

Elefanten, Fledermäuse, Wale, Schildkröten, Rentiere und sogar Seekühe haben eine Gemeinsamkeit: Sie alle unternehmen eine regelmäßige Wanderung, auf der die Natur gemäß dem Prinzip „Überleben des Stärksten“ Jahr für Jahr ihren Lauf nimmt. Unter den verschiedenen Tiermigrationen hat sich eine Tierwanderung als die größte und beeidruckendste von allen bewiesen. Die „Great Migration“ oder „Große Tierwanderung“ – wie sie genannt wird – ist die jährliche Migration von Millionen von Gnus und Zebras durch die Serengeti und Masai Mara, immer auf der Suche nach Wasser und neuen Futterplätzen.

Verlauf der „Großen Tierwanderung“ durch Ostafrika

Die „Große Tierwanderung“ in Ostafrika umfasst ca. 1,5 Millionen Gnus sowie 400.000 Zebras und Thomson-Gazellen, die auf Ihrer Route die Ebenen der Serengeti in Tansania schwarz und weiß färben. Nur ihrem Instinkt folgend ändert sich die Route und auch die Schnelligkeit, mit der sich die Herden fortbewegen, jährlich. Auf ihrem Weg durch die Serengeti und Masai Mara durchqueren die Herden mehrere Flüsse. Diese sind die Heimat unzähliger Krokodile, was bedeutet, dass die Tiere bei jeder Durchquerung ihr Leben auf’s Spiel setzen.

Die jährliche Regenzeit in der Serengeti beginnt für gewöhnlich im Januar/Februar eines Jahres. In dieser Zeit kalben die weiblichen Gnus, bevor sie bereits im März ihre Wanderung fortsetzen, denn bis dahin ist das Land soweit ausgetrocknet, dass die Tiere zum Weiterziehen gezwungen sind. So nimmt die Reise, die die Herden von der südlichen Serengeti aus in den Norden bis ins kenianische Masai Mara und wieder zurück zum Ngorongoro Gebiet bzw. der südlichen Serengeti wandern lässt, ihren Lauf.

Auf folgender interaktiven Karte können Sie die Wanderung der Tiere nachvollziehen:

Für weitere Informationen über die größte Tierwanderung der Welt klicken Sie hier!

 Ein Erfahrungsbericht

Für die einheimischen Löwen, Geparden, Hyänen, Krokodile und Leoparden ist das jährliche Gedränge der „Großen Migration“ ein wahres Festmahl. Wer in dieser Zeit auf Safari geht, kann das Glück haben, diese Raubtiere bei der Jagd beobachten zu können.

Michelle von Rhino Africa schildert ihre Erlebnisse auf ihrer Ostafrika-Safari wie folgt:

„Zuerst entdeckten wir ein Rudel Löwen. Mit dem Fernglas konnten wir sie in der Ferne inmitten der Ebenen, im Gras liegend, ausmachen. Als wir näher an das Rudel herankamen, konnten wir sehen, wie eine Löwin über einen staubigen Termitenhügel spähte, den Blick auf ein einsames Gnu gerichtet.

Nur wenig später schienen die heranwachsenden männlichen Löwen des Rudels auch zu verstehen, was hier vor sich ging und nahmen ihre Positionen ein. Während die Löwin sich langsam näher an das zurückgebliebene Gnu (es muss vergessen haben, seiner Herde zu folgen) heranpirschte, preschte auf der entgegengesetzten Seite eine andere Löwin in Richtung des Gnus hervor. Es war eindeutig, was sich hier abspielte: ein gut ausgeführter Hinterhalt. Aufgeschreckt ergriff das Gnu die Flucht, was es direkt in die Klauen der ersten Löwin, die sich geduldig durch das Steppengras herangepirscht hatte, trieb.

Auf meiner Safari konnte ich noch weitere zweimal einem Raubtier bei der Jagd zuschauen. Beide Male handelte es sich dabei um einen Geparden. Und wie dieser jagt ist weithin bekannt: 120 km/h auf 500 m, ein gut ausgeführter Tackle und die Jagd ist vorüber.“

Das Highlight einer Reise zur „Großen Tierwanderung“ ist die Wanderung an sich. Es bedarf einer guten Planung und etwas Glück, um die Herden zu sehen. Es gibt keine Garantie dafür, dass diese noch nicht weitergezogen oder aber noch nicht an der von Ihnen gewählten Lodge angekommen ist.

Wenn Sie Glück haben und zur richtigen Zeit in der richtigen Lodge sind oder ein mobiles Camp, das den Herden folgt, gewählt haben, müssen Sie sich dennoch gedulden. Die „Große Tierwanderung“ ist nicht ständig in Bewegung. Um eine Flussdurchquerung beobachten zu können, sollten Sie viel Geduld und eine volle Kühltasche mit Getränken und Snacks dabei haben. Die Wartezeit kann stundenlang sein und auch dann ist es nicht garantiert, dass Sie die Herden in Bewegung sehen.

Wer jedoch die nötige Geduld und Ausdauer sowie ein wenig Glück hat, kann dann vielleicht mit gezückter Kamera das erste Zebra oder Gnu dabei beobachten, wie es die Durchquerung des Flusses in Gang setzt!

Eine Reise nach Ostafrika zu planen ist nicht einfach. Um sicherzustellen, dass Ihre Planung Ihnen und Ihrer Familie oder Freunden die bestmögliche Chance gibt, die „Große Tierwanderung“ zu sehen, kontaktieren Sie unsere Rhino Africa Reiseexperten. Mit unserer Erfahrung helfen wird Ihnen bei der Planung Ihres Ostafrika-Abenteuers!