Wenn man schon so viel von Afrika gesehen hat – wohin reist man, um noch einmal etwas ganz Neues zu entdecken?

Nach vielen Jahren in der Reisebranche weiß unsere Reiseexpertin Manuela Wilfart: Je mehr man gesehen hat, desto schwieriger wird es, mit einem Reiseziel wirklich zu überraschen.

Für ihre Stammkunden, die bereits viele der klassischen Safari-Routen kennen, bietet Madagaskar eine ganz andere Art von Reise: außergewöhnliche Landschaften, eine einzigartige Tierwelt, besondere Begegnungen und Reiseerlebnisse abseits der bekannten Safari-Routen.

Hier sind fünf Gründe, warum Manuela Madagaskar für ein Reiseziel hält, das es unbedingt zu entdecken lohnt.

Luftaufnahme der üppig bewachsenen Berglandschaft und des Flusslaufs rund um Ranomafana in Madagaskar.
Die wilden Seiten Madagaskars

1. Landschaften voller Kontraste

Madagaskar ist riesig – und wer die Insel bereist, erlebt eine erstaunliche Vielfalt an Landschaften. Statt einer durchgehend ähnlichen Umgebung wirken die einzelnen Regionen fast wie unterschiedliche Welten, jede mit ihrer eigenen Landschaft, Tierwelt und Atmosphäre.

Manuelas Reise begann in Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars im zentralen Hochland. Rote Erde, terrassenförmig angelegte Reisfelder und dicht besiedelte Hügel prägen das Bild der Stadt und ihrer Umgebung. Von hier aus verändert sich die Landschaft deutlich, ganz gleich, in welche Richtung man weiterreist.

Blick auf die farbenfrohen Häuser von Madagaskars lebhafter Hauptstadt
Farbenfrohe Häuser prägen die Hügel der madagassischen Hauptstadt Antananarivo

Im Westen ist die Landschaft trockener und weitläufiger. Zwischen den Wäldern ragen mächtige Baobabs empor, umgeben von weiten Flächen mit roter Erde.

Im Osten zeigt sich ein völlig anderes Bild: Dichter, üppiger Regenwald säumt die Straßen und bietet einen ganz anderen Lebensraum für Madagaskars Tierwelt.

Und neben den Wäldern und Landschaften im Landesinneren besitzt die Insel ebenfalls eine lange und wunderschöne Küste.

„Madagaskar ist unglaublich vielfältig. Es gibt neun verschiedene Vegetationszonen und dazu eine ausgesprochen schöne Küste.“

Gerade diese Vielfalt macht Madagaskar auch für diejenigen interessant, die bereits viel von Afrika gesehen haben. Madagaskar zeigt nicht nur eine Seite Afrikas – Landschaft, Natur und Reiseerlebnis verändern sich immer wieder, während man die Insel bereist.

Malerische Baobab-Bäume bei Sonnenuntergang auf der berühmten Baobab-Allee in Madagaskar.
Madagaskars berühmte Baobabs im Licht der untergehenden Sonne

2. Nicht jede Strecke muss auf der Straße zurückgelegt werden

Madagaskar ist ein Reiseziel, bei dem man sich Zeit nehmen sollte. Auf den Straßen kommt man selten schneller als etwa 60 Kilometer pro Stunde voran. Dafür hat man Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen: Man fährt durch kleine Dörfer, sieht Menschen am Straßenrand, Kinder winken den vorbeifahrenden Fahrzeugen zu und man bekommt einen guten Einblick in das alltägliche Leben auf der Insel.

„Wenn man durch die Dörfer fährt, bekommt man viel vom Leben der Menschen mit. Kinder und Einheimische winken einem vom Straßenrand aus zu. Das hinterlässt einen bleibenden Eindruck.“

Diese Einblicke gehören für mich zu einer Reise durch Madagaskar unbedingt dazu. Gleichzeitig ist die Insel riesig und die Entfernungen sind nicht zu unterschätzen. Deshalb kann es sinnvoll sein, einige Strecken mit dem Flugzeug zurückzulegen. Das spart nicht nur Zeit, sondern bietet auch eine ganz andere Perspektive auf die Landschaft.

Wer noch abgelegenere Regionen besuchen möchte, kann mit einem privaten Charterflug weitere Teile der Insel erreichen und gleichzeitig mehr Zeit an den eigentlichen Reisezielen verbringen.

Manuelas Empfehlung ist daher einfach: Dort fahren, wo bereits der Weg Teil des Reiseerlebnisses ist – und fliegen, wenn dadurch mehr Zeit bleibt, die jeweilige Region zu entdecken.

„Einige Strecken legt man immer mit dem Auto zurück, und das ist eine schöne Möglichkeit, die Landschaft und die Menschen kennenzulernen. Aus der Luft erlebt man Madagaskar jedoch noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive. Deshalb würde ich immer eine Kombination aus beidem empfehlen.“

Entscheidend ist die richtige Mischung: Manche Strecken sind bereits Teil des Erlebnisses, bei anderen lohnt es sich, die Entfernung aus der Luft zu überbrücken.

Terrassenförmig angelegte Reisfelder und grüne Hügel im Hochland Madagaskars
Reisfelder, sanfte Hügel und ländliches Leben prägen das Hochland Madagaskars, Bildnachweis: Manuela Wilfart

3. Lemuren – und noch viel mehr

Natürlich gehören die Lemuren zu den wichtigsten Gründen für eine Reise nach Madagaskar. Sie kommen in freier Wildbahn nirgendwo sonst auf der Welt vor und sind eine der großen Besonderheiten der Insel. Sie zu entdecken ist allerdings nicht immer so einfach wie bei einer klassischen Safari.

Das liegt unter anderem daran, dass die verschiedenen Lemurenarten in ganz unterschiedlichen Lebensräumen vorkommen. Die große landschaftliche Vielfalt Madagaskars spiegelt sich auch in seiner Tierwelt wider.

Auf Madagaskar leben mehr als 100 verschiedene Lemurenarten – und längst nicht alle sind überall auf der Insel zu finden. Einige Arten leben in Regenwäldern, andere in trockeneren Waldgebieten und manche kommen nur in ganz bestimmten Regionen Madagaskars vor.

In den Trockenwäldern müssen die Guides zwar ebenfalls genau wissen, wo sie suchen müssen, durch die weniger dichte Vegetation lassen sich die Tiere jedoch etwas leichter entdecken. In den Regenwäldern im Osten Madagaskars sieht das ganz anders aus. Die Vegetation ist dicht, nur wenig Licht dringt durch das Blätterdach und die Lemuren können zwischen den Bäumen und Pflanzen nahezu vollständig verschwinden.

Lemur mit Jungtieren in Andasibe, einem der Nationalparks Madagaskars
Madagaskars schwer zu entdeckende Regenwald-Lemuren

Dann gibt es noch die Schutzgebiete, in denen die dort lebenden Lemuren an Menschen gewöhnt sind und teilweise erstaunlich nah an die Besucher herankommen. Manuela empfand diese Begegnungen als besonders schön zum Beobachten und Fotografieren – auch wenn es natürlich ein anderes Erlebnis ist, als einen Lemuren in freier Wildbahn zu entdecken.

Doch Madagaskars Tierwelt hat weit mehr als Lemuren zu bieten. Zwischen den Blättern entdeckt man Chamäleons, im Unterholz verstecken sich Frösche und in den Bäumen sind zahlreiche farbenprächtige Vogelarten zu Hause.

Gerade diese kleineren Entdeckungen machen einen besonderen Teil des Erlebnisses aus. Oft sind es Tiere, nach denen man ursprünglich gar nicht gesucht hat, die am Ende besonders in Erinnerung bleiben.

„Man reist nicht wegen einer klassischen Safari nach Madagaskar. Das Besondere ist vielmehr, Tiere zu suchen und zu entdecken, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt.“

Auf Madagaskar ist die Suche nach den Tieren bereits ein Teil des Erlebnisses.

Lemur, grünes Chamäleon und hervorragend getarntes Chamäleon in Madagaskar
Madagaskars außergewöhnliche Tierwelt, Bildnachweis: Manuela Wilfart

4. Begegnungen mit den Menschen unterwegs

Einige von Manuelas schönsten Erinnerungen an Madagaskar haben nichts mit der Tier- oder Pflanzenwelt zu tun, sondern mit den Menschen, denen sie unterwegs begegnet ist.

Bei einem Spaziergang durch die Reisfelder schlossen sich einige neugierige Kinder an und begleiteten die Besucher ein Stück auf ihrem Weg. Als Manuela begann, Fotos zu machen, war die Begeisterung sofort groß. Dabei wollten die Kinder nicht nur fotografiert werden – mindestens genauso spannend fanden sie es, sich die Bilder anschließend auf der Kamera anzusehen und sich selbst darauf wiederzuerkennen.

„Die Kinder wollten unbedingt fotografiert werden und sich danach gleich in den Bildern sehen, da die meisten von ihnen nicht einmal einen Spiegel zu Hause haben. Es war schön, ihre Begeisterung dabei mitzuerleben.“
Manuela lächelnd mit vier Kindern in der ländlichen Umgebung Madagaskars
Eine spontane Begegnung und viele strahlende Gesichter, Bildnachweis: Manuela Wilfart

Bei einem Spaziergang durch ein Dorf kam es zu einer weiteren unerwarteten Begegnung: Manuela traf einen 82-jährigen Mann, der gerade seinen täglichen Spaziergang machte. Beide waren neugierig aufeinander, kamen ins Gespräch und unterhielten sich über sein Alter und sein Leben. Mit seiner offenen, freundlichen Art blieb diese Begegnung besonders in Erinnerung. Manuela war vor allem seiner positiven Ausstrahlung beeindruckt.

Eine ganz andere Begegnung entstand durch die Musik. Bei einem Zwischenstopp kam Manuelas Fahrer und Guide Nuri mit einem anderen Guide ins Gespräch, der ein Guns-N’-Roses-T-Shirt trug. Manuela sprach ihn darauf an und erfuhr, dass die beiden gemeinsam in einer Band spielen. So nahm der letzte Abend in Antananarivo spontan einen ganz anderen Verlauf: Statt des ursprünglich geplanten Abends ging es in eine kleine lokale Bar mit Live-Musik, wo sie ihre Guides noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen konnte.

Gerade solche ungeplanten Erlebnisse machen eine Reise besonders persönlich. Für Manuela hat Madagaskar einmal mehr gezeigt, dass es sich lohnt, bei aller sorgfältigen Reiseplanung auch etwas Raum für spontane Begegnungen zu lassen. Denn oft sind es genau diese Momente, die besonders in Erinnerung bleiben.

Madagassische Frau in traditioneller Kleidung und mit Gesichtsbemalung
Eine herzliche Begegnung mit den Menschen, die eine Reise durch Madagaskar so besonders machen

5. Ein Land, das nicht nur vom Tourismus geprägt ist

Madagaskar ist ein Land, das nicht ausschließlich auf den Tourismus ausgerichtet ist – und genau das macht für mich einen Teil seines Reizes aus. Außergewöhnliche Erlebnisse und ganz normaler Alltag liegen hier oft nah beieinander. Viele Lodges fügen sich dabei ganz selbstverständlich in ihre Umgebung und die lokalen Gemeinschaften ein.

Manuela hat diese Vielfalt auf ihrer Reise selbst erlebt. Die Montadia Lodge, mitten im Regenwald gelegen, gehörte zu ihren Favoriten und bietet eine schöne Kombination aus Komfort und besonderer Lage. Die Akiba Lodge ist kleiner und persönlicher, mit einzelnen Cottages zwischen den Bäumen, gutem Essen und herzlicher Gastfreundschaft.

Beide Lodges würde Manuela gerne weiterempfehlen, doch Madagaskar bietet noch viele andere Möglichkeiten. Ein ganz anderes Erlebnis ist beispielsweise Miavana Private Island: Hier treffen weiße Sandstrände und Inselleben auf höchsten Komfort und Luxus.

„Ganz gleich, wo wir waren: Die Lodge-Teams waren immer unglaublich freundlich und herzlich.“
Montadia Lodge mit Restaurant, Pool und üppig grüner Umgebung in Madagaskar
Die Montadia Lodge bietet zusätzlichen Komfort mitten im Regenwald, Bildnachweis: Manuela Wilfart

Für Manuela ist vor allem wichtig, Madagaskar nicht mit anderen afrikanischen Reisezielen zu vergleichen. Unterkünfte und Regionen können sehr unterschiedlich sein: Manche Lodges bieten viel Komfort, andere sind kleiner und persönlicher. Einige Gebiete sind stärker besucht, während andere sehr abgeschieden wirken.

Was jedoch überall spürbar bleibt: Madagaskar hat seinen ganz eigenen Charakter und bietet ein Reiseerlebnis, das sich deutlich von vielen anderen afrikanischen Reisezielen unterscheidet.

Cottages der Akiba Lodge, Badezimmer und Außenbereich unter einem Reetdach in Madagaskar
Die charmanten Cottages der Akiba Lodge fügen sich harmonisch in die Umgebung ein, Bildnachweis: Manuela Wilfart

So würde Manuela eine Madagaskar-Reise planen

Für Manuela gibt es nicht die eine Madagaskar-Reise, die für jeden Gast gleichermaßen geeignet ist. Nach ihren eigenen Erfahrungen auf der Insel würde sie die Reise individuell auf die Wünsche der Gäste abstimmen: Was möchten sie sehen, wie möchten sie reisen und wie viel Zeit steht zur Verfügung?

Bei den teilweise großen Entfernungen kann es sinnvoll sein, bestimmte Strecken zu fliegen. Gleichzeitig würde Manuela bewusst einige Fahrten einplanen, denn gerade unterwegs bekommt man viel von der Landschaft und vom alltäglichen Leben der Menschen mit.

Auch die Wahl der Regionen hängt davon ab, welche Lemurenarten und Landschaften man erleben möchte. Ebenso wichtig ist eine realistische Einschätzung der verfügbaren Unterkünfte und genügend Zeit an den einzelnen Orten, anstatt möglichst viele Stationen in kurzer Zeit miteinander zu verbinden.

Da eine Madagaskar-Reise sehr erlebnisreich und nicht unbedingt erholsam ist, empfiehlt Manuela, zum Abschluss einige Tage am Strand einzuplanen. Nosy Be vor der Nordwestküste Madagaskars bietet dafür eine gute Möglichkeit, ohne das Land zu verlassen. Wer die Reise mit einem weiteren Reiseziel kombinieren möchte, kann anschließend beispielsweise nach Mauritius weiterreisen.

Madagaskar eignet sich vor allem für erfahrene und neugierige Afrika-Reisende, die klassische Safaris bereits kennen und nun etwas ganz anderes erleben möchten.

„Madagaskar ist völlig anders. Es ist etwas, das man so kein zweites Mal erlebt und kaum mit einem anderen Reiseziel vergleichen kann.“
Das wunderschöne Nosy Be in Madagaskar
Nosy Be bietet einen entspannten Abschluss am Indischen Ozean

Anders reisen

Für Gäste, die bereits viel von Afrika gesehen haben, bietet Madagaskar etwas Besonderes: das Gefühl, ein Reiseziel zu entdecken, das sich kaum mit anderen Orten vergleichen lässt.

Wenn Sie Afrika bereits gut kennen und auf der Suche nach einer Reise abseits der klassischen Safari-Routen sind, ist Madagaskar eine spannende Alternative. Sprechen Sie mit einem unserer Reiseexperten – wir beraten Sie gerne und stellen Ihre Reise individuell nach Ihren Wünschen zusammen.