von Lena Melcher am 17. März 2018
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Am 21. März zelebriert Südafrika den Human Rights Day. Doch warum eigentlich? Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.

Die Entstehung des Human Rights Day geht auf den 21. März 1960 zurück. An diesem Tag sind im Zuge des Sharpeville-Massakers viele unschuldige Menschen ums Leben gekommen. Wie es dazu kam? In den 1950er Jahren wurden zugunsten der weißen Minderheit neue Gesetze in Kraft gesetzt, die eine klare Rassentrennung anstrebten. Darunter befand sich die Verpflichtung für Schwarze, sich jederzeit mit einem Dokument ausweisen zu müssen. „Wer diesem Gesetz nicht nachkommt, wird eingesperrt“, so der Plan der Apartheid-Regierung.

zwei Eingänge in ein Gebäude, einer nur für Weiße, einer nur für Schwarze

Rassentrennung beim Eingang in das heutige Apartheidmuseum, Foto: Annette Kurylo

Der Panafrikanische Kongress, kurz PAC, rief daraufhin zu einer gewaltfreien Demonstration auf. Im Township Sharpeville der Provinz Gauteng in Südafrika traten tausende von Menschen auf die Straßen und versammelten sich vor der Polizeidirektion – ohne ihre Dokumente.  Am 21. März 1960 starben 69 Menschen, über 200 wurden verletzt. Die Polizei schoss mit Maschinenpistolen in die Menge und tötete Männer, Frauen und Kinder. Auch andere friedlich intendierte Proteste an anderen Polizeistationen endeten an diesem Tag blutig. Durch den Einsatz von Schlagstöcken und Tränengas wurden viele Demonstranten verletzt – nirgends wurden jedoch so viele Tote und Verletzte wie in Sharpeville verzeichnet.

Zwei Schwarze im Vordergrund bei einem Protest, Rauch im Hintergrund

Demonstrationen gegen die Apartheid, Foto: Paul Weinberg

Die Trauer und Empörung war so groß, dass es infolgedessen zu vielen weiteren Unruhen und Protesten kam – der Ausnahmezustand wurde ausgerufen. Neben der immer stärker werdenden Forderung, die Apartheid-Politik endgültig abzuschaffen, wurden auch Stimmen zum Schutz der internationalen Menschenrechte – vor allem gegen gewaltvolle rassistischen Diskriminierungen – immer lauter.

1966 erklärten die Vereinten Nationen den 21. März zum „Internationalen Tag gegen Rassismus“. In Sharpeville unterzeichnete der damalige Präsident Nelson Mandela dafür 1996 die neue südafrikanische Verfassung. 2010 wurde die Polizeistation zu einer Galerie für lokale Künstler umgebaut. Außerdem wurde ein Denkmal errichtet, um an die vielen Todesopfer zu erinnern.

Die Flagge Südafrikas

Die Farben der südafrikanischen Flagge sieht man am Feiertag besonders oft

Der 21. März ist in Südafrika ein Feiertag, an dem bei vielen Ansprachen und Festivitäten der Opfer des grausamen Sharpeville-Massaker gedacht wird.

Der Rest der Welt feiert den Tag der Menschenrechte übrigens am 10. Dezember. An diesem Tag wurde 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verabschiedet.

 

Titelbild: Celso FLORES