von Matthias Wichelhaus am 2. Mai 2018
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In Kürze:

Was soll man von einer Lodge im afrikanischen Busch erwarten, die sich The Fort nennt, sich also als Festung ausgibt? Am Rande des weltberühmten Etosha Nationalparks, Namibias Flagschiff unter den Nationalparks, Heimat der „Big Four“ (Löwe, Elefant, Nashorn und Leopard – der afrikanische Büffel kommt hier nicht vor) und einzigartig aufgrund der riesigen Salzpfanne im Herzen des Parks? Bei der Ankunft fällt sofort die riesige, schwere Holztür ins Auge. Sie bildet den Eingang in das sonst eher unscheinbar wirkende Gebäude aus Stein, das sich perfekt in den halbkargen Busch einschmiegt. Doch hinter ihr verbirgt sich das, was Onguma The Fort wirklich ausmacht: eine Melange aus panafrikanischen Akzenten und der puren Schönheit und Weite dieses Kontinents. Hier trifft der äußerste Norden Afrikas den äußersten Süden. Wenige Schritte in das Fort hinein erwartet Gäste ein Innenhof mit dekorativem Pool, umringt von marokkanischen Laternen und im Wind wehenden Segeltüchern. Doch stets ist man hypnotisiert von dem, was der Blick geradeaus verspricht: ein Panorama über Kilometer und Kilometer von afrikanischem Busch. Vereinzelte Akazien, ein Wasserloch, Zebras, Giraffen und der wohl schönste Sonnenuntergang in Namibia. Auf wundersame Weise gelingt es Onguma The Fort mit einer für die Region untypischen Bauart und mit nordafrikanischem Flair trotzdem eine echte Safari-Lodge zu sein.

Marokkanisches Flair in Onguma The Fort

Innenhof Onguma The Fort; Foto: Onguma The Fort

Star Rating: 5*

 

Schattiger Platz in Onguma The Fort

Rückzugsorte in Onguma The Fort; Foto: Onguma The Fort

Ausstattung:

Wer weiterstaunen möchte, lässt also die voluminöse Eingangstür und den hübschen Innenhof hinter sich und tritt ein paar Meter weiter in den Restaurant-, Bar- und Poolbereich hinaus. Alles offen und höchstens durch Leinentücher getrennt, haben Gäste von fast überall einen traumhaften Blick auf die Grassteppe des Etosha. Es gibt etliche Sitz- und Ruhemöglichkeiten. Erdtöne mit dem ein oder anderen Farbtupfer dominieren, im Einklang mit dem Estrichboden, antiken Holztüren und –fenstern und massiven Steinwänden. Den besten Blick hat man übrigens im Hauptturm in der obersten Etage. Den Sonnenuntergang bewundert man entweder auf der großzügigen Veranda oder auf bequemen Couches. Besonderer Clou ist der „Sitzpool“, ein flaches Becken mit Stühlen und Tischen, das zur Abkühlung von Gaumen und Beinen gleichzeitig einlädt.

Swimmingpool in Onguma The Fort

Außenbereich Onguma The Fort; Foto: Onguma The Fort

 

Abendstimmung in Onguma The Fort

Loungebereich Onguma The Fort; Foto: Onguma The Fort

Aktivitäten:

Onguma The Fort liegt in einem 34.000 Hektar großen privaten Reservat direkt angrenzend an den Etosha Nationalpark. Zwischen Park und privatem Schutzgebiet gibt es landschaftlich keine großen Unterschiede, Onguma beheimatet aufgrund der geringeren Größe allerdings weniger Tiere. Ein großer Vorteil ist wiederum die Exklusivität; lediglich Fahrzeuge der Lodges dürfen hier auf Pirschfahrt gehen und man muss den Blick auf Wasserloch und Tieransammlung nicht mit etlichen Privat-PKW und anderen Touristen teilen. Wer trotzdem beides erleben möchte, kann das im Onguma The Fort; die Lodge bietet „Game Drives“ im eigenen Reservat sowie im Etosha an. Am frühen Morgen geht es im halboffenen Geländewagen mit erfahrenem Guide auf die Suche nach Spitzmaulnashorn, Springbock und Stachelschwein. Die Größe und landschaftliche Vielfalt des Nationalparks ist überwältigend; manchmal bedeutet das leider auch, Geduld auf der Suche nach Tieren zu haben. Das ist im kleineren Privatreservat oft ein geringeres Problem, da sich Ranger der verschiedenen Lodges gegenseitig auf dem Laufenden halten. Wer den ultimativen Adrenalinkick sucht, kann sich auf eine Buschwanderung wagen. Zu Fuß geht es zwei bis drei Stunden durch den Onguma-Busch – der mit Gewehr und Wissen bewaffnete Guide erklärt die kleinen und großen Geheimnisse der Wildnis Afrikas, vom Zwergchamäleon bis zum Löwen. Für gemütlichere Gäste, die den Schutz von Wänden und Fenstern um sich bevorzugen, aber dennoch nah an den wilden Tieren dran sein wollen, ist das Onkolo Hide – ein Versteck – der ideale Rückzugsort. Stundenlang kann man hier Fauna am Wasserloch beobachten und fotografieren.

Sundowner in Onguma The Fort

Aktivitäten in Onguma The Fort; Foto: Onguma The Fort

Zimmer:

Das Aha-Erlebnis bei Ankunft in der Hauptlodge wiederholt sich beim Betreten der Zimmer. Jede der alleinstehenden elf Suiten hat ihre eigene schwere, meterhohe Holztür, die in einen großzügigen Eingangsbereich führt. Dieser spaltet sich nach links in das ebenso großzügige Schlafzimmer und rechts in das außergewöhnliche Badezimmer auf. Letzteres war mein persönliches Highlight: in einem meterhohen Turm befindend, bietet das Badezimmer und gleichzeitig Ankleidezimmer Platz für eine ganze Reisegruppe. Von hier sowie vom Schlafbereich aus haben Gäste Zugang zur Terrasse, die einen Blick auf die Weiten der Etosha-Pfanne erlauben. Die Suiten sind je 50 Meter voneinander entfernt, was absolute Privatsphäre garantiert. Man fühlt sich ganz royal und wie Herr seines eigenen Forts. Wem das nicht Platz und Luxus genug ist, kann die Honeymoon Suite im Hauptgebäude – ein einstöckiger Palast aus Schlafzimmer, Balkon und Bad – mieten.

Großzügige Suiten in Onguma The Fort

Außenansicht Suiten Onguma The Fort; Foto: Onguma The Fort

 

Luxuriöse Suiten in Onguma The Fort

Suite Onguma The Fort; Foto: Onguma The Fort

Essen:

Wie die meisten Safari-Unterkünfte bietet auch Onguma The Fort eine All-inclusive-Rate und Frühstück, Mittagessen sowie Abendessen sind inbegriffen.

Auswahl & Qualität: Nach unserer Nachmittags-Pirschfahrt im Etosha war das Dinner der gelungene Abschluss eines ereignisreichen Tages. An einer langen Tafel wurden mehrere Gänge gereicht, die Wahl bestand zwischen Fisch und Wild, beides vorzüglich. Das Frühstück war ebenso schmackhaft und neben dem klassischen Buffet mit Gebäck, Joghurt, Früchten, Säften & Co. konnte man Warmes bestellen.

Ambiente: Wie bereits in der Einleitung beschrieben gehört der Restaurantbereich im Hauptgebäude zu den klaren Highlights der Unterkunft. Mit Blick auf den traumhaften Sonnenuntergang und das Wasserloch genießt man in den halboffenen Räumlichkeiten kulinarische Köstlichkeiten. Einziger Nachteil waren die sechsbeinigen Besuchern in Form von Käfern und Motten, die unsere Tafel mit einer Nachtlandebahn verwechselten.

Romantisches Dinner in Onguma The Fort

Restaurant Onguma The Fort; Foto: Onguma The Fort

Beste Reisezeit:

Möchten Sie möglichst viele Tiere sehen? Dann empfehlen wir zwischen Juli und September zu reisen. Diese Zeit ist besonders trocken und die wenigen Wasserlöcher ziehen eine Myriade von Tieren an, die ein fast unwirkliches Bild von Formen und Farben formen. Die Großansammlung zieht natürlich auch eine menschliche mit sich, Sie müssen daher mit viel Verkehr und einer hohen Besucherzahl im Etosha Nationalpark rechnen. Das beste Wetter ist zwischen Mai und August, wenn es tagsüber etwas kühler ist, während es zwischen Oktober und Februar teilweise sehr heiß werden kann.

Sonnenuntergang im Etosha in Onguma The Fort

Traumblick Onguma The Fort; Foto: Onguma The Fort

Anreise:

Als eine der Hauptattraktionen Nambias ist der Etosha Nationalpark und besonders das Onguma Reserve an dessen östlicher Grenze bestens angebunden. Asphaltierte Bundesstraßen wie die B1 aus südlicher (Windhuk) und nördlicher (Grenze zu Angola) Richtung verbinden die Region auf schnelle und bequeme Weise mit dem Rest des Landes. Das Reservat hat außerdem eine eigene Landepiste, die mit einem privaten Charterflugzeug angeflogen werden kann.

Eignet sich besonders für: Paare, Hochzeitsreisende