von Matthias Wichelhaus am 11. Mai 2018
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In Kürze:

Erhöht auf einem Felsvorsprung gelegen, blickt die Heinitzburg auf das grüne Tal hinunter. Der stolze Bau thront mit Erkern, Türmen und massiven Steinmauern über… na wo wohl? Wir befinden uns nicht an der Lorelei oder im südlichen Bayern, sondern mitten in der namibischen Wüste, besser gesagt in Windhuk. Die Hauptstadt Namibias ist mit knapp über 300.000 Einwohnern eine moderne Kleinmetropole, doch faktisch liegt sie im Nirgendwo zwischen Namib und Kalahari.
Der Graf von Schwerin ließ 1914 eine Burg für seine Verlobte Margarethe von Heinitz erbauen. Er war ganz verzaubert von ihr und wollte ihrer Liebe mit dieser eleganten Burg Tribut zollen. Heute gehört das familiengeführte Hotel zu den besten Häusern am Platz und versetzt Gäste in eine vergangene Zeit zurück. Ich muss zugeben, ich war etwas skeptisch, als wir die steile Auffahrt hinauffuhren: eine deutsche Burg mitten im südlichen Afrika? Die Zimmer dekoriert mit Kronleuchtern, silbernen Sesseln und lilafarbenen Betten? Doch schon kurz nach dem freundlichen Check-in änderte sich meine Meinung. Man merkt schnell, dass die „Burgherren“ das Hotel mit viel Liebe und Leidenschaft führen. Die einmalige Lage mit einem Traumblick über Windhuk wird von der gepflegten Anlage und äußerst zuvorkommendem Service unterstrichen. Ein absoluter Höhepunkt war das hoteleigene Restaurant „Leo’s at the Castle“, in dem ich eines der besten Steaks meines Lebens gegessen habe.

Hotel Heinitzburg in der Abendstimmung

Abenddämmerung; Foto: Hotel Heinitzburg

Star Rating: 4*

Ausstattung:

Sobald man es die Auffahrt hoch geschafft hat, erwartet Gäste zur Linken der historische Teil der Burg und zur Rechten der Hoteltrakt. Letzterer umsäumt einen hübschen Innenhof samt Garten. Direkt nebenan erfüllt die Poolanlage den Wunsch nach ein paar entspannten Sonnenstunden. Von hier hat man ebenfalls einen schönen Blick über Windhuk. Dies ist allerdings nicht der einzige Ort; die beste Aussicht hat man auf der anderen Seite der Anlage. Der historische Teil umfasst eine riesige Steinterrasse mit direktem Blick auf die Stadt und auf das Umland. In einem Anbau befindet sich hier auch „Leo’s at the Castle“. Das Restaurant ist weit über die Grenzen Windhuks hinaus bekannt; hier gibt es Haute Cuisine noch nach alter Schule. Zusätzlich zu kulinarischen Köstlichkeiten können Besucher des Restaurants Spitzenweine aus dem eigenen Keller bestellen. Im eigentlichen Gebäude wird das Frühstück in alten Rittersälen gereicht; hier kann man die Burggespenster regelrecht spüren. Wer einen besonderen Anlass in privater Runde feiern möchte, kann den „Knight’s Room“ mieten.

Ausblick vom Hotel Heinitzburg

Blick über Windhuk; Foto: Hotel Heinitzburg

 

Garten und Pool im Hotel Heinitzburg

Poolanlage; Foto: Hotel Heinitzburg

Zimmer:

Die 16 individuell gestalteten Zimmer sind äußerst großzügig und wie schon in der Einleitung erwähnt haben sie alle ein niedliches Erkerchen oder Turmzimmer mit Sitzmöglichkeiten. Die Einrichtung folgt einem bestimmten Farbton; ob Orange, Beige oder Silber. Die Sessel, extravaganten Lampen, die Lackpolsterung der Betten und Kronleuchter mögen bei dem einen „Kitsch“ als ersten Gedanken hervorrufen, bei dem anderen „barock-modern“. In jedem Fall sind die Suiten sehr sauber und geräumig, genau wie das Badezimmer.

Luxuriöses Zimmer im Hotel Heinitzburg

Zimmer; Foto: Hotel Heinitzburg

 

Exklusives Zimmer im Hotel Heinitzburg

Superior Zimmer; Foto: Hotel Heinitzburg

Essen:

Wie oben bereits erwähnt hatte ich für den Abend ein Tisch im „Leo’s at the Castle“ reserviert. Ich musste mich für eine Nacht von der restlichen Gruppe trennen, da ich geschäftlich in Windhuk zu tun hatte. Daher dinierte ich auch alleine, was in dem sehr förmlichen Restaurant, umgeben von Romantikern, etwas merkwürdig war. Doch das köstliche Essen machte alles wett. Ich bestellte das namibische Filetsteak mit Kartoffelgratin und Gemüse. Auf dem sprichwörtlichen Silbertablett serviert, isst das Auge sofort ebenso sprichwörtlich mit – die Qualität war ebenso ausgezeichnet.

Restaurant im Hotel Heinitzburg

Leo’s at the Castle; Foto: Hotel Heinitzburg

 

Saftiges Steak im Hotel Heinitzburg

Steak; Foto: Hotel Heinitzburg

Beste Reisezeit:

Hier kommt es darauf an, welche Region Sie jenseits von Windhuk besuchen möchten. Prinzipiell ist Namibia ein ganzjähriges Reiseziel, allen voran Ziele wie die Wüstenlandschaft um Sossusvlei oder das Damaraland. Die trockenen Wintermonate zwischen Mai und Oktober eignen sich am besten für Tierbeobachtungen im Etosha Nationalpark; es ist trocken, das Malariarisiko ist gering und Tiere sammeln sich um die begehrten Wasserlöcher. Im Juni und Juli wird es nachts zuweilen bitterkalt, während im September und Oktober die Temperaturen tagsüber in extreme Höhen schießen. Die Sommermonate zwischen November und April bringen ebenso Hitze und teilweise Regen mit sich.

Rittersaal im Hotel Heinitzburg

Ritterlich; Foto: Hotel Heinitzburg

Anreise:

Der internationale Flughafen Windhuk mit Direktverbindungen nach Deutschland, in den Nahen Osten und ins südliche Afrika ist circa 45 Kilometer (35 Minuten Fahrtzeit) vom Hotel Heinitzburg entfernt. Sie können über das Hotel einen Shuttle organisieren oder direkt am Flughafen ein Taxi nehmen.

Eignet sich besonders für: Paare, Einzelreisende, Familien, Gruppen