von Matthias Wichelhaus
am 21. April 2017
3 Minuten Lesezeit

Namibia bedeutet Freiheit. Als eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt fährt man über Stunden durch die vielfältige Landschaft und sieht nur selten andere Menschen. Hier geht die älteste Wüste der Erde, die Namib, unmittelbar in den mächtigen Atlantik über; hier tauchen die schönsten Sonnenuntergänge Afrikas karge Mondlandschaften in ein einzigartiges Farbspiel aus Orangerot; hier treffen deutsche Kolonialbauten auf jahrtausendealte Traditionen des Himba-Stammes. Die Liste der Gründe, in dieses wunderschöne Land zu reisen, ist lang. Wir zeigen Ihnen zehn:

 

1. Die höchsten Dünen der Welt und Sossussvlei

 

Wohl eines der beliebtesten Fotomotive im südlichen Afrika überhaupt: Mächtig erheben sich die Sanddünen der Namib rund um ausgetrocknete Salzpfannen, die „Sossusvlei“ eben. Bis zu 300 Meter hoch und 650 Meter lang erstrecken sich die orangen Riesen und bieten einen traumhaften Blick – vor allem in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden – über die surreale Landschaft.

 

2. Der Norden und die Himba

Wenig besucht und umso authentischer. Der karge Norden Namibias bietet auf den ersten Blick nicht viel. Doch die Region an der Grenze zu Angola symbolisiert wie kaum eine andere Tradition und Ursprünglichkeit. Abseits der Zivilisation lebt der Stamm der Himba hier nach wie vor in Lehmhütten, züchtet Vieh und färbt seine Haut in roter Tonerde.

 

3. Die Geisterstadt Kolmanskop

Der Sand steht in den Zimmern meterhoch. In ihm kann man die ein oder andere Tierspur entdecken, die schattensuchende oder nächtliche Besucher hinterlassen haben. Ehemals eine prosperierende Siedlung, angebunden an den Eisenbahnverkehr und in der Nähe von Diamantenfeldern, hat die Wüste Kolmanskop über die letzten Jahrzehnte zurückerobert.

 

4. Die Skelettküste

Im Nordosten des Landes finden sich weitere Spuren der Vergangenheit. In Zeiten des Walfangs war die Küste übersäht mit Knochen von Robben- und Walknochen – woher der Name rührt. Doch heute ist diese Region vor allem für eine andere Art von Skeletten bekannt; Schiffswracks. Über eintausend Schiffe sind aufgrund von Nebel und trügerischen Felsen hier gestrandet und bilden heute eine furchtsame Kulisse.

 

5. Der Fish River Canyon

Kaum bekannt, doch immerhin nach dem Grand Canyon in den USA die zweitgrößte Schlucht der Welt.  Der namensgebende Fish River schlängelt sich durch die Tiefen des Canyons, ideal für tagelange Wanderungen und ein einzigartiges Naturerlebnis. Am Main View Point lässt sich ein traumhafter Panoramablick über das beeindruckende Naturwunder genießen.

 

6. Wilde Tiere im Etosha Nationalpark

Das Flagschiff unter Namibias Nationalparks. Das über 22.000 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet ist Heimat von 114 Säugetier- und 340 Vogelarten. Besonderheit und Herz des Parks ist die gigantische Salzpfanne, die nur selten von mutigen Oryx-Antilopen und Zebras überquert wird. Oder ist es doch eine Fata Morgana?

 

7. Namibias Antwort auf den Tafelberg: das Waterberg-Plateau

Umgeben vom gleichnamigen Nationalpark, ist das mächtige, orangerote Felsplateau ein Geheimtipp unter den Zielen in Namibia. Nach einer dreistündigen Wanderung können sich Besucher von oben mit einem herrlichen Blick über die Weiten der Region bis hin zur Kalahari belohnen. Einerseits Rückzugsort für seltene Tiere wie das Spitzmaulnashorn, war der Tafelberg andererseits auch trauriger Schauplatz der Kriege zwischen deutschen Kolonialherren und dem Stamm der Herero.

 

8. Brandberg und Twyfelfontein

Die halbwüstenartige Region rund um den Brandberg gehört zu den faszinierendsten Landschaften des südlichen Afrikas. Seichte Hügel, scheinbar endlose Grassteppen und eine einzigartige Ruhe machen diesen Ort surreal. Mit etwas Glück überqueren hier sogar die letzten wilden Wüstenelefanten die Straße. Jahrtausendealte Felsmalereien finden sich in Twyfelfontein.

 

9. Der Caprivi Zipfel

Benannt nach dem ehemaligen deutschen Reichskanzler Leo von Caprivi, ist dieser Landstreifen im äußersten Nordosten von Namibia ein Natur- und Tierparadies. Die Sumpflandschaften sind Heimat von Antilopen, Elefanten, Zebras und Nilpferden. Angrenzend an Angola, Botswana und Sambia ist die Region ein idealer Zwischenstopp auf dem Weg ins Okavango Delta oder zu den Victoria-Fällen.