von Fabiana Seitz am 1. Oktober 2017
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Eine gewisse geheimnisvolle Aura umgibt Madagaskar, die älteste Insel der Welt. Die Insel entstand vor ca. 160 Millionen Jahren, als sie vom afrikanischen Festland wegbrach und war bis vor 2’000 Jahren unbewohnt – ein Paradies für die freie Entfaltung tropischer Flora und Fauna. So lassen sich über 80% der hier heimischen Tiere und 90% der Vegetation nirgendwo sonst auf der Welt finden. Aufgrund dieser ungeheuren Vielfalt und einmaligen Schönheit wird Madagaskar oft auch als „achter Kontinent“ bezeichnet.

Spätestens seit DreamWorks vier Zootiere aus New York auf dem Eiland im Indischen Ozean stranden ließ, ist dieser mystische Inselstaat in aller Munde. Madagaskar wird als Reiseziel immer beliebter und bietet eine Vielzahl an einzigartigen Hotels und Lodges. Trotzdem hat die Insel ihren ursprünglichen Charakter bewahrt, denn in der wilden Natur gibt es eine nur beschränkt ausgebaute Infrastruktur, die Reisende zum Anhalten, Durchatmen und Genießen zwingt. Zeit bekommt in Madagaskar eine neue Bedeutung.

Lassen auch Sie Madagaskars geheimnisvolle Wunder auf sich wirken, ganz nach dem nationalen Lebensmotto „Mora mora“ – zu Deutsch „Langsam, langsam“. Denn langsam genießen sich Madagaskars beste Aktivitäten am schönsten.

 

  1. Madagaskars exotische Tierwelt entdecken

Madagaskar gehört zu Afrika, doch hier finden sich nicht Elefanten und Löwen, sondern ganz andere Kreaturen. Über 200´000 Tierarten leben auf der viertgrößten Insel der Welt, die meisten davon sind endemisch. So existieren 60 Schutzgebiete in Madagaskar, die mit farbenprächtigen Chamäleons und kulleräugigen Lemuren locken.

Glaubt man der madagassischen Bevölkerung, besitzen Chamäleons magische Kräfte. Dies scheint nicht weit hergeholt, denn diese Tiere sind einfach faszinierend. So sind Chamäleons berühmt für ihre unabhängig voneinander bewegenden Augen, ihre erstaunlich lange Zunge und die Fähigkeit, die Farbe zu wechseln – was übrigens in erster Linie der Kommunikation dient und nicht wie oft angenommen der Tarnung.

Auf Madagaskar leben rund 100 verschiedene Arten von Lemuren, die sich stark in Größe und Verhalten unterscheiden. Nebst Madagaskars Berühmtheiten – dem Chamäleon und dem Lemur – gibt es auf der Insel noch viele Raritäten, die weniger bekannt, aber nicht minder interessant sind; wie beispielsweise das Fossa, Madagaskars größtes Raubtier, oder 300 verschiedene Froscharten.

Nach wie vor gilt ein beträchtlicher Teil von Madagaskars Fauna als unentdeckt, da sich Forscher vergleichsweise spät auf die Insel verirrten. Mit etwas Glück können Sie im Regenwald sogar einer bisher unentdeckten Spezies über den Weg laufen.

 

  1. Auf Nosy Be den Sand unter den Füßen spüren

Madagaskar zieht Abenteurer aus der ganzen Welt an, doch nur wenige wissen von den zahlreichen Nebeninseln. Viele von diesen sind so klein, dass sie kaum von Menschen betreten werden können, andere wiederum bieten genügend Platz für einen Abstecher – und was für einen! So auch der Nosy Be Archipel vor der Nordostküste Madagaskars, der mit Postkartenstränden und kristallklarem Wasser lockt.

In Nosy Be finden Sie alles, was einen wahren Traumurlaub ausmacht: Tauchen, Sonnenbaden, Wandern oder Entspannen – und das alles vor einer Kulisse mit weißen Sandstränden, azurblauem Wasser, bunten Korallenriffen und grünen Tropenwäldern. Die Hauptinsel Nosy Be ist Heimat von 60’000 Menschen und bietet elf Kraterseen und einige Traumstrände. Für totale Abgeschiedenheit und Ruhe sollten Sie jedoch eine der zahlreichen kleineren Inseln besuchen, wie Nosy Komba, Nosy Mitsio, Nosy Sakatia und Nosy Tanikely. Auf einer sogenannten Dhow-Safari mit dem traditionellen Segelboot können Sie gleich verschiedene Inseln des Archipels entdecken.

 

  1. Auf der imposanten Baobab-Allee wandeln

Der Baobab ­­– oder auch Affenbrotbaum – gilt als Wahrzeichen Madagaskars. Die ältesten dieser so einzigartigen Bäume stehen angeblich schon seit über 800 Jahren auf der Insel. Die legendäre Baobab-Allee befindet sich im Westen der Insel in der Provinz Menabe und stellt ein beliebtes Fotosujet dar. Nur wenige Kilometer entfernt findet sich der „Baobab der Liebe“, ein alter Affenbrotbaum mit zwei Stämmen, die sich umeinander schlingen und an eine innige Umarmung erinnern.

 

  1. Die Wanderung der Wale hautnah miterleben

Jedes Jahr zwischen Juni und Oktober ziehen mehr als 7’000 Buckelwale von der Antarktis in die wärmeren Gewässer des Indischen Ozeans, um dort in Ruhe ihre Jungtiere zur Welt bringen zu können. Dabei legen sie Strecken von bis zu 10’000 Kilometern zurück. Ein beeindruckendes Naturschauspiel! In der Meeresenge zwischen der Insel Sainte Marie und dem madagassischen Festland kann man diesem Spektakel besonders nah beiwohnen. Immer wieder tauchen die Wale auf und stoßen meterhohe Fontänen aus. Die Ankunft der Buckelwale wird auf Sainte Marie gar mit dem Wal-Festival bejubelt.

 

  1. Im Tsingy de Bemaraha Nationalpark auf Zehenspitzen laufen

Tsingy bedeutet auf Madagassisch „auf Zehenspitzen laufen“ – steht man den spitzen Kalksteinfelsen das erste Mal gegenüber, versteht man auch gleich woher der Name rührt. Diese bizarren Felsformationen entstanden vor 200 Millionen Jahren durch Ablagerungen von Meerestieren, zu einer Zeit, als Madagaskar teilweise noch unter dem Meeresspiegel lag. Bewundern lassen sich diese Nadelfelsen, die von UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurden, im Tsingy de Bemaraha Nationalpark im Westen der Insel.

 

  1. Auf der Pirateninsel Sainte Marie den Spuren der Vergangenheit folgen

Auf Nosy Boraha – auch bekannt als Insel Sainte Marie – an der Ostküste Madagaskars erleben Sie echtes Piratenfeeling: Früher berüchtigt für Piratenstreifzüge, umschwirren die Insel heute noch Legenden von kostbaren Schätzen und gesunkenen Schiffen. Dank fantastischen Korallenriffen und atemberaubenden Stränden lässt sich heute aber anstelle des „Fluchs der Karibik“ eher den „Segen des Indischen Ozeans“ spüren.

Zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert war die Insel Stützpunkt von Piraten und der kleine Piratenfriedhof in der Nähe von Ambodifotatra zeugt von dieser turbulenten Vergangenheit. In Seefahrer-Manier durchquert man am besten per Kanu die Bucht, auf deren Grund die Überreste gesunkener Schiffe – und vielleicht auch der eine oder andere Piratenschatz – liegen.

 

  1. Mit Riesenschildkröten und Walhaien abtauchen

Mit über 450 Kilometer Korallenriff und 5’000 Kilometer Küste gilt Madagaskar als wahres Schnorchel- und Tauchparadies. Generell ist dies an allen Badestränden der Insel möglich, doch das wohl bekannteste Tauchgebiet liegt vor der Insel Nosy Be und den zahlreichen umliegenden Inseln. Hier trifft man auf Riesenschildkröten, Delfine und eine große Vielfalt an Fischen in allen Farben und Formen. Außerdem kann man zwischen November und Dezember auf Walhaie treffen, eine Begegnung, die nur an sehr wenigen Tauchplätzen der Welt möglich ist.

 

  1. Im Indischen Ozean Wellen reiten

Von März bis Dezember finden sich in Madagaskar genau die Winde, von denen Kitesurfer nur träumen können. Besonders Anakao im Südwesten sowie Babaomby und Sakalava im Norden bieten ideale Bedingungen zum Kitesurfen.

Doch auch Surfer ohne Drachen steigen vor Madagaskars Küste gerne aufs Brett. Denn hier finden sich nicht nur tolle Wellen, sondern auch kaum Menschen im Wasser. Sowohl Profis als auch Anfänger kommen voll und ganz auf ihre Kosten.

 

  1. Sich von Madagaskars bunter Kultur verzaubern lassen

Madagaskar hat nebst spektakulärer Landschaft und exotischer Tierwelt auch eine enorme Vielfalt an spannenden Kulturen zu bieten. Mehr als 18 verschiedene Ethnien leben auf der Insel, ein bunter Mix aus afrikanischen, arabischen und indischen Einflüssen. Traditionen und Bräuche haben hier in vielen Bereichen noch Vorrang vor dem Gesetz und trotz dieser Vielfalt ist und bleibt die Musik eines der wichtigsten Kulturgüter Madagaskars.

Madagaskars kulturelle Vielfalt lässt sich in der Hauptstadt Antananarivo erleben. Die Hauptstadt der Tropeninsel lädt zum Shoppen, Essen, Entdecken und sich Verlieren ein. Denn Tana – wie die Stadt liebevoll von ihren Einwohnern genannt wird – ist eine farbenfrohe Metropole voller zauberhaftem Wirrwarr und chaotischer Magie. Und auch Antsirabe im Hochland Madagaskars, ein malerischer Ort umgeben von Reisterrassen und Bergen, bietet Einblick in das bunte Leben der Madagassen.