von Katharina Riebesel am 8. November 2017
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Kunstvolle Urban Art ziert Mauern und Hauswände aus Backstein. In den Innenhöfen setzen Blumen und Kräuter grüne Farbtupfer zwischen Hochhäusern. Menschen mit den unterschiedlichsten Wurzeln flanieren durch die Straßen, auf denen sich die Schatten der hohen Warenhäuser ausbreiten – das Szeneviertel Maboneng im südafrikanischen Johannesburg ist ein inspirierender Ort.

Buntes Tiger-Graffiti an einer Hauswand in Maboneng

Foto: Katharina Riebesel

„Platz des Lichtes“ bedeutet der Name des Viertels auf Sotho. Genau dies stellt The Maboneng Precinct dar: ein Lichtblick mitten im Großstadttrubel von Joburg. Im östlichen Teil der Downtown, dort, wo einst Kriminalität herrschte, hat Jonathan Liebmann einen sicheren Raum zum Leben, Arbeiten und Ausleben von künstlerischer Energie geschaffen – Gentrifizierung par excellence. Südafrikaner sowie Touristen aus aller Welt haben das Viertel längst zur coolsten Hipster-Hochburg im südlichen Afrika gekrönt.

Die Entwicklung des Stadtteils durch Liebmann begann 2008 mit dem Kauf von mehreren alten Warenhäusern aus der Zeit um 1900. Gemeinsam mit dem nachhaltigen Architekten Enrico Daffonchio verwandelte der Immobilienentwickler alte Lagerhallen in kreative Kulturoasen. Ihr Pionierprojekt, Arts on Main, ist ein multifunktionelles Gebäude, in welchem sich das Studio von William Kentridge sowie anderen Künstlern und Organisationen befindet. Sonntags trifft man sich hier anlässlich des wöchentlichen Marktes, auf dem es leckeres Streetfood, stylische Kleidung und mitreißende Musik gibt.

 

Erfolgreiche Stadtentwicklung in Südafrika

Junger Mann in einem grünen Innenhof von Maboneng, in welchem Kunstobjekte stehen

Foto: Katharina Riebesel

Main Street Life ist ein weiteres Paradebeispiel in Maboneng, urbanen Raum für künstlerische Entfaltung und Gemeinschaftsprojekte zu nutzen. Es beheimatet das Independent-Kino Bioscope, in welchem Klassiker und lokale Produktionen über die Leinwand flimmern. Im obersten Stockwerk befindet sich das 12 Decades Johannesburg Art Hotel. Lokale Künstler haben jedes Zimmer individuell designt und veranschaulichen in ihnen die Geschichte von Johannesburg auf kreative Art und Weise.

Dass Liebmann einige Zeit in Brooklyn gelebt hat, spürt man beim Schlendern durch die Fox Street an jeder Straßenecke: Industrieller Charme trifft hier auf schicken Citylifestyle. Kunstgalerien, ein Boutique-Hotel, Loftapartments, Buchläden, moderne Gemeinschaftsbüros, Fine-Dining-Restaurants, Coffeeshops und Rooftopbars machen das Viertel zu einem pulsierenden Ort. Ganz wie das Szeneviertel in New York.

Buntes Graffiti, das eine Menschengruppe zeigt, auf einer Mauer aus Backstein

Foto: Katharina Riebesel

Wenn Ihr Herz für Kunst, Kultur und Kulinarik schlägt, werden Sie von dem kosmopolitischen Ambiente in Maboneng nicht genug bekommen können. Bei einem Braai auf einer Dachterrasse gemeinsame Interessen diskutieren, zusammen ein Konzert von lokalen Jazzmusikern besuchen und miteinander neue Räume für interkulturellen Austausch schaffen – das ist die Essenz von Johannesburgs faszinierendem Viertel Maboneng.

 

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