von Maria Aschauer am 26. April 2018
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Der Traum aller Bergsportenthusiasten: Einmal auf dem Gipfel des rund 5895 Meter hohen Kilimandscharos stehen. Als höchster freistehender Berg der Welt und Teil der sagenumwobenen Seven Summits übt der Berg im Nordosten Tansanias eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Damit der Aufstieg auf das „Dach Afrikas“ auch gelingt, beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen rund um eine Kilimandscharo-Besteigung.

Blick auf den schneebedeckten Kilimanjaro in Tansania

Der Kilimandscharo – das „Dach Afrikas“, Foto: Sergey Pesterev

Wie fit muss ich für eine Kilimandscharo-Besteigung sein?

Zuallererst gilt es die Frage zu klären, für wen der Aufstieg zum Gipfel des höchsten Berg Afrikas überhaupt möglich ist. Generell kann gesagt werden, dass eine gute Grundkondition für die Besteigung des „Kilis“, wie der Kilimandscharo oft liebevoll betitelt wird, ausreichend ist. Mit seinen fast 6000 Metern zählt er zwar zu einem der höchsten, dafür aber alpintechnisch einfacheren Bergen. Vor allem im Vergleich zu den anderen Mitgliedern der Seven Summits – neben dem Kilimandscharo zählen hierzu der Mount Everest (8.848 Meter, Asien), der Aconcagua (6.962 Meter, Südamerika), der Denali (6.190 Meter, Nordamerika), der Elbrus (5.642 Meter, Europa), der Mount Vinson (4.892 Meter, Antarktis) sowie die Carstenz-Pyramide (4.884 Meter, Australien-Ozeanien). Dennoch empfiehlt es sich, mindestens ein halbes Jahr vor dem geplanten Aufstieg wöchentlich mehrstündige Wanderungen, vorzugsweise auch in höhere Lagen, zu unternehmen sowie regelmäßig Ausdauersport zu betreiben. Eine gute Portion Abenteuerlust, körperliche Gesundheit sowie jede Menge Durchhaltevermögen sollten Sie außerdem unbedingt mitbringen, um die Kilimandscharo-Besteigung zu meistern.

Afrikanische Träger helfen bei der Kilimandscharo-Besteigung

Erfahrene Guides begleiten Sie auf Ihrem Weg zum Gipfel, Foto: Tom Cleary

Wie reagiert mein Körper auf die extreme Höhe?

Auch wenn eine Kilimandscharo-Besteigung nicht zwingend hochalpine Vorkenntnisse erfordert, birgt ein solches Abenteuer immer ein gewisses Risiko und sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Vor allem die extreme Höhe macht Bergsteigern zu schaffen, da der Luftdruck immer weiter absinkt und der menschliche Körper folglich stärker arbeiten muss, um die Sauerstoffversorgung aufrecht zu erhalten. Um einer möglichen Höhenkrankheit mit typischen Anzeichen wie Erbrechen, Kopfschmerzen, Atemnot oder Schwindel entgegen zu wirken, sollte man ausreichend Zeit zur Akklimatisierung einplanen und immer wieder in kleinen Etappen auf- und absteigen. So sollten Sie mindestens fünf bis sieben Tage für Ihr Gipfelglück einplanen.

Elefanten vor dem mächtigen Kilimanjaro

Eine Kilimandscharo-Besteigung vereint Safari und Abenteurlust

Welche Route ist die richtige?

Die Frage aller Fragen, die Sie sich vor der Reise in den Osten Afrikas stellen sollten, lautet klar: Welche Route ist die beste für das eigene Können? Generell gilt es zu erwähnen, dass eine Kilimandscharo-Besteigung ausschließlich mit erfahrenen Guides erlaubt ist. Sologänge sind gänzlich untersagt. Die meist afrikanischen Träger und Bergführer kennen den höchsten Berg Afrikas wie ihre linke Westentasche und teilen Ihnen zudem mit Freude mehr über die einmalige Flora und Fauna der Gegend mit.

Nachtlager bei einer Kilimandscharo-Besteigung

Einmalige Stimmung im Zeltlager des Kilimandscharos, Foto: Tom Cleary

Gipfelstürmer entscheiden sich meist für eine der folgenden drei Routen: Die wohl bekannteste Marangu-Route wird oftmals auch als „Coca-Cola-Route“ bezeichnet und führt von Südwesten über einen recht flachen Weg auf den Gipfel. Aufgrund des relativ einfachen Aufstiegs ist diese Route auch die meist bewandertste und man ist hier mit Sicherheit nicht alleine auf dem Weg nach oben.

Etwas anspruchsvoller ist die Machame-Route, auch „Whiskey-Route“ genannt, welche den Berg von Süden her umrundet. Hier durchqueren Sie verschiedenstes Terrain wie Regenwälder, Moorlandschaften sowie Steinwüsten und benötigen etwas mehr Kondition, um es bis ganz nach oben zu schaffen.

Sonnenaufgang über Tansania

Einmaliger Sonnenaufgang am Kilimandscharo

Erfahrenere Wanderer wählen die Lemosho-Route, welche zu den schwierigeren Gipfelrouten zählt. Bei dieser Tour starten Sie vergleichsweise weit unten, was sich jedoch in Hinblick auf die umso längere Akklimatisationszeit positiv auf Ihr Wohlbefinden auswirkt.

Für die letzte Gipfeletappe führen alle Routen zusammen und es heißt noch einmal, Zähne zusammenbeißen. Gestartet wird um Mitternacht bei meist minus zehn Grad Celsius. Was tut man nicht alles für ein tolles Gipfelfoto?

Top of mount Kilimanjaro

Die Freude über den Gipfel entschädigt alle Anstrengungen

Was gibt es für eine Kilimandscharo-Besteigung sonst noch zu wissen?

Bevor Sie zum Kilimandscharo (lt. englischer Schreibweise „Kilimanjaro“) aufbrechen, sollten Sie es auf keinen Fall verpassen, Ihren Impfschutz für Hepatitis A sowie B auffrischen zu lassen. Außerdem ist eine Gelbfieberimpfung für die Einreise nach Tansania obligatorisch. Neben einem Erste-Hilfe-Paket, Elektrolyten sowie persönlichen Medikamenten empfiehlt es sich zudem, eine Malariaprophylaxe in die Reiseapotheke zu packen. Wichtig ist auch die Wahl der passenden Ausrüstung: Aufgrund großer Temperaturunterschiede empfiehlt sich das klassische Zwiebelprinzip, da es mit steigender Höhe trotz Äquatornähe nachts bitter kalt werden kann. Eine robuste Daunenjacke, gut eingelaufene Bergschuhe sowie ein Schlafsack mit einem Komfortbereich bis zu minus 10 Grad Celsius sollten zu Ihrer Grundausrüstung gehören.

Steht der Kilimandscharo auch auf Ihrer persönlichen Bucket List? Wie wäre es, Ihr Gipfelabenteuer mit einer einmaligen Safari zu verbinden? Mehr Informationen sowie die besten Unterkünfte in und um Tansania finden Sie auf unserer Webseite sowie auf unserem Blog.

 

Titelbild: Tom Cleary