von Romana Bleisch am 15. Dezember 2017
12 min read

Weite Savannenlandschaften, eine sowohl vielfältige als auch einzigartige Flora und Fauna, pittoreske Küstenlinien, exotische Currydüfte und zauberhafte Sternenhimmel – das ist Tansania.

Lassen Sie sich von diesem faszinierenden Land im Osten Afrikas verzaubern, denn Tansania lockt mit einigen weltberühmten Highlights: Der majestätische Kilimandscharo, die „Große Migration“, die paradiesische Insel Sansibar…. Und über all diesen Höhepunkten hängt ein geheimnisvoller Schleier sowie ein Hauch Exotik. Ob Safari, Wandern oder Strandurlaub – Tansania ist ein Reiseziel für jeden Geschmack!

Elefanten ziehen durch die Savanne am Fusse des Kilimanjaro

Elefanten ziehen durch die Savanne vor atemberaubender Kulisse

 

Geografie

Tansania befindet sich an der Küste im Osten Afrikas. Im Norden grenzt das Land an Kenia und Uganda, im Westen an Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo. Zudem säumen 1424 Kilometer Küstenlinie am Indischen Ozean das Land im Osten. Vor der Küste liegen einige Inseln – die wohl berühmteste darunter ist die Gewürzinsel Sansibar.

Fahrradfahren am Sandstrand von Sansibar

Strand auf dem Inseltraum Sansibar

Das höchste Gebirge in Tansania ist der weltberühmte Kilimandscharo. Zugleich ist er mit 5895 Metern über Meer der höchste Punkt in Afrika und der höchste freistehende Berg der Erde. Tansania grenzt außerdem an den riesigen Malawi-See sowie den Tanganjikasee, welche natürliche Grenzen zu Burundi, Kongo und Malawi bilden.

Pinke Flamingos im Wasser

Pinke Flamingos in Tansania

Geschichte

Die ältesten in Tansania gefundenen Felsmalereien sind 6000 Jahre alt. Diese stammen höchstwahrscheinlich von damaligen Nomadenvölkern. Stämme aus der Niger-Region, Äthiopien oder Sudan sind über Jahrtausende durch die Ebenen Tansanias gezogen und haben ihre Spuren hinterlassen.

Nach Christi Geburt entdeckten arabische und persische Händler Tansania für sich und ließen sich vermehrt in Ostafrika nieder. Sie vermischten sich mit den heimischen Bantuvölkern und langsam entstand die Swahili-Kultur – um das 11. Jahrhundert festigte sich der Islam in Tansania. Über die nächsten Jahrhunderte nahmen sie immer größere Bereiche des Landes ein und etablierten wichtige Handelsstützpunkte entlang der Küste sowie auf der Insel Sansibar. Die Blütezeit der Handelsaktivitäten der Araber war zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert, als Gold, Elfenbein und andere Kostbarkeiten bis nach Indien und China verschifft wurden.

Seefahrer legen an Küste an

Bild: Biblioteca Nacional de Portugal

Wie in vielen anderen Teilen Ostafrikas, war Vasco da Gama der erste Europäer, der die tansanische Küste um 1498 erreichte. Ein turbulentes Hin und Her über die Vorherrschaft der Küste zwischen Europäern, Einheimischen und Arabern folgte und dauerte über Jahrhunderte an. Sansibar wurde zum Hauptumschlagplatz für den Sklavenhandel in Ostafrika. Noch heute zeugen verschiedene historische Stätten, darunter der Sklavenmarkt in Stone Town, von diesem schwarzen Kapitel.

Von 1885 bis 1918 war Tansania, zu der Zeit Deutsch-Ostafrika, schließlich deutsche Kolonie und wurde anschließend von den Briten übernommen und in Tanganyika umbenannt.

Elefantenbulle verteidigt sich

Elefantenbulle auf Angriff

Junge Afrikaner bildeten Mitte des 20. Jahrhunderts die Partei TANU (Tanganyika African Nation Union) unter dem Freiheitskämpfer Julius Kambarage Nyerere und kämpften für die Unabhängigkeit Tansanias. Nach über einem Jahrzehnt wurde das Land am 9. Dezember 1961 schließlich unabhängig. In den folgenden Jahren versuchte der angeschlagene Staat unter Nyerere wieder auf die Beine zu kommen und war politisch vorwiegend von Sozialismus geprägt.

Im Jahr 1992 wurde nach einer langen Durststrecke, die von Wirtschaftskrisen und Armut geprägt war, die Demokratie wiedereingeführt. Seitdem wurden fünf demokratische Wahlen gehalten.

 

Kultur

Die turbulente Vergangenheit hat diesem Land viel Würze gegeben. Von Europäern über Indern bis hin zu Arabern haben alle ihren Teil dazu beigetragen, dass die Kultur Tansanias heute so kunterbunt ist, wie sie ist.

Männer in traditioneller Tracht in Tansania

Tradition und Kultur

Religion

Zwischen 30 und 40 Prozent der Bevölkerung sind Muslime (auf der Insel Sansibar sogar bis zu 98 Prozent), 30 bis 40 Prozent sind christlich – davon die meisten katholisch – und ein weiterer Drittel der Bevölkerung praktiziert indigene Religionen sowie Hinduismus und Buddhismus.

 

Sprache

Die offizielle Landessprache in Tansania ist Swahili. Ebenfalls weit verbreitet ist Englisch. Arabisch wird insbesondere auf der Insel Sansibar gesprochen. Die Bevölkerung Tansanias kommuniziert zudem in ganzen 125 weiteren Sprachen, davon sind die meisten Bantusprachen.

 

Küche

Ein Hauptnahrungsmittel ist Ugali, eine Masse aus Mais oder Maniok – eine Art fester Kartoffelstock – was mit Sauce und Fleisch, Fisch, Bohnen oder Gemüse gegessen wird. Reis, Kochbananen und Kebabs sind ebenfalls weit verbreitet. Insbesondere an den Küsten werden viel Fisch sowie Meeresfrüchte gegessen und die Gerichte sind oft schärfer gewürzt.

Ugali Nationalgericht Tansania

Traditionelles Gericht: Ugali, Foto: Mark Skipper

Zudem kommen viel indisch geprägte Gerichte auf den Tisch. Dies hängt einerseits mit der Vergangenheit des ostafrikanischen Landes und andererseits mit der Gewürzinsel Sansibar zusammen, wo zahlreiche Gewürze angebaut werden.  So stehen verschiedene Currys, Pilaw, Byriani aber auch mal Samosas auf dem Speiseplan.

Wer sich der exotischen Küche nicht so nah fühlt, findet in den touristischen Gebieten auch westliche Restaurants. Und in den Lodges werden natürlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um jeden Gästewunsch zu erfüllen.

 

Musik

Einige der erfolgreichsten Musiker Ostafrikas kommen aus Tansania. Wichtige Instrumente sind die Trommel und das Lamellophon. Je nach ethnischen Gruppen kann die Musik sehr unterschiedlich klingen.

Am besten erklärt man Tansanias Musik jedoch mit einer Hörprobe:

 

Traditionelle Kleidung und Körperbemalung

Die Menschen in Tansania kleiden sich meist äußerst bunt. Jeder der über hundert Stämme hat da natürlich seine charakteristischen Finessen. Jedoch besteht das Grund-Outfit meist aus farbigen Wickeltüchern und Schmuck aus Glasperlen.

Insbesondere auf Sansibar sieht man viele Männer in weißen Gewändern mit passender Kopfbedeckung – Kofia genannt – auf den Straßen. Die Frauen auf der Gewürzinsel sind oft vermummt.

 

Tierwelt & Safari in Tansania

Einige der faszinierendsten Reservate befinden sich in Tansania. Erleben Sie die „Big Five“ in der freien Wildbahn und die „Große Migration“, die in dieser Ecke des Kontinents einzigartig sind.

 

Serengeti Nationalpark

Die „Große Migration“, die größte Tierwanderung der Erde, führt größtenteils durch die Serengeti und ist sinnbildlich für Tansania.

Gnuherde überquert einen Fluss

Actionreiche Flussüberquerung in der Serengeti

 

Ngorongoro Krater Nationalpark

Der Ngorongoro Krater Nationalpark ist umschlossen von der größten intakten Caldera der Erde und beheimatet eine bezaubernde Artenvielfalt. Diesen Nationalpark sollten Sie unbedingt in Ihre Reise einplanen!

Sonnenuntergang über dem Ngorongoro Krater

Sonnenuntergang über dem Ngorongoro Krater Nationalpark

 

Tarangire Nationalpark

Dieser Geheimtipp ist nicht sonderlich bekannt, aber der Tarangire Nationalpark bietet ein exklusives Safari-Erlebnis fernab der Touristenströme.

Elefantenherdean einem Wasserloch

Elefantenherde im Tarangire Nationalpark

 

Lake Manyara Nationalpark

Der Lake Manyara Nationalpark befindet sich südlich des Ngorongoro Kraters und ist ein zauberhaftes Fotomotiv ganz in Pink – zahlreiche Flamingos sammeln sich am See, während Elefanten und Löwen vorbeiziehen.

Zebras und Flamingos am See

Pinkes Flamingo-Meer am Lake Manyara

 

Selous Game Reserve

Das Selous Tierreservat ist mit einer Fläche von 50000 Quadratkilometern eines der größten Reservate der Welt und besticht durch unberührte Natur und ursprüngliche Wildnis.

Löwenbaby mit Mutter

Löwenbabys im Selous Nationalpark

 

Klima und beste Reisezeit

In Tansania herrscht tropisches Klima mit leichten Unterschieden je nach Höhenlage. In höher gelegenen Gebieten liegen die Temperaturen ganzjährig zwischen 10 und 20 Grad Celsius, während die Temperaturen im Flachland kaum unter 20 Grad Celsius fallen. Die Luftfeuchtigkeit steigt, je näher man der Küstenregion kommt.

Sonnenuntergang in der Wüste

Highlight Sonnenuntergang

Die heißeste Zeit des Jahres ist zwischen November und Februar, zudem kann es dann vermehrt zu Regenschauer kommen. Starke Regenfälle gibt es insbesondere zwischen März und Mai.

Zwischen Juni und September ist die beste Zeit für Safaris, da die Vegetation weniger dicht ist. Jedoch ist dies auch die beliebteste Reisezeit bei Tansania-Besuchern und viele Hotels sind schon früh ausgebucht. Kontaktieren Sie unsere Reise-Experten frühzeitig für eine umfassende Beratung!

 

Infrastruktur

Tansania ist gut an den internationalen Flugverkehr angeschlossen. Die wichtigsten Flughäfen sind Dar es Salaam, Kilimandscharo, Arusha und Stone Town auf Sansibar.

Heissluftballon über der Savanne

Heissluftballon über der Serengeti

Es ist eher ungewöhnlich in Tansania ein Auto zu mieten und selber zu fahren. Für Fahrten außerhalb der Städte wird in der Regel ein Geländefahrzeug benötigt und insbesondere zu Regenzeiten sind die Straßen in sehr schlechtem Zustand. Bei den meisten Mietstationen kann der Fahrer gleich mitgemietet werden. Wer dennoch selber fahren möchte, benötigt nebst dem Fahrausweis aus dem Heimatland zusätzlich einen internationalen Führerschein.

Ansonsten kommt man am besten mit öffentlichen Bussen und in den Städten mit Dalla Dallas (Minibusse) herum. Die Preise sind fair und das Netzwerk funktioniert gut. Zwischen dem Festland und Sansibar operiert mehrmals täglich eine Fähre.

Wenn Sie Ihre Reise mit Rhino Africa planen, sorgen wir natürlich dafür, dass der Transport reibungslos funktioniert und Sie sicher an Ihr Ziel kommen!

 

Top-Attraktionen

 

Kilimandscharo

Besteigen Sie den höchsten Gipfel in ganz Afrika auf einem mehrtägigen Trekking – ein absolutes Highlight in Tansania.

Panorama vom schneebedeckten Kilimandscharo

Majestätischer Kilimandscharo

Safari in Tansania

Die „Big Five“, tausende Flamingos, Zebras und Giraffen – hier kommt echtes „Lion King“-Feeling auf

Nashornmutter und Junges

Nashornmutter zieht mit ihrem Jungen durch die Ebene

Sansibar

Begeben Sie sich auf eine exotische Reise der Sinne: Die Gewürzinsel besticht durch eine prägende Geschichte, orientalisches Flair, Traumstrände und bunte Unterwasserwelten.

Paradiesische Küstenlinie mit kristallklarem Meer

Küstenlinie in Sansibar

Schimpansen-Trekking

Auf den Spuren der Menschenaffen – tausende Schimpansen leben im Mahale Mountains Nationalpark.

Schimpanse im dichten Busch

Schimpanse im dichten Busch beim Mahale Mountains Nationalpark

Victoriasee

Entspannung an der ruhigen Küstenlinie, Camping in der Wildnis, Buschwanderungen und vieles mehr warten am Victoriasee auf Sie!

Victoriasee bei schönem Wetter

Foto: Jonathan Stonehouse

 

Traumhafte Unterkünfte in Tansania

Bootssteg auf Insel im Indischen Ozean

Hier geht es zu den schönsten Unterkunften in Tansania

Sie möchten unter dem fantastischen Himmelszelt in Tansania nächtigen, die vielfältige Tierwelt bestaunen und anschließend auf einer paradiesischen Insel die Seele baumeln lassen? Wir verraten Ihnen, wo Sie übernachten können. Hier finden Sie unsere Lieblingsunterkünfte in Tansania.

 

Reisen mit Kind und Haustier

Safari im Geländefahrzeug

Im Geländefahrzeug unterwegs durch die Ebenen Tansanias

In den Weiten Ebenen der Savanne auf die Spuren der „Big Five“ zu gehen und bunte Unterwasserwelten zu erkunden, ist klar ein Highlight für Groß und Klein. Obwohl es für Pirschfahrten Altersbeschränkungen (zwischen sechs und zwölf Jahren) gibt, bieten viele Lodges maßgeschneiderte Aktivitäten für Ihren Nachwuchs.

Behalten Sie dennoch die Gesundheitsempfehlungen im Hinterkopf und bereiten Sie sich frühzeitig auf eine Reise nach Tansania vor (siehe Abschnitt „Impfungen“).

 

Politik und Wirtschaft

Tansania ist eine Präsidialrepublik. Das Staatsoberhaupt wird alle fünf Jahre gewählt und seit 2015 ist Dr. John Pombe Magufuli der fünfte Staatspräsident Tansanias. Er gehört der Revolutionspartei CCM an. Sansibar wird losgelöst durch eine eigene Regierung geführt, die weitestgehend islamisch geprägt ist.

Nationalflagge Tansania

Foto: Darwinek

Tansania lebt vorwiegend von der Landwirtschaft und vom Export. Grundnahrungsmittel wie Maniok, Mais, Reis, Hirse, Hülsenfrüchte und Gewürze werden hier angebaut – rund drei Viertel der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Ein weiterer wichtiger Sektor, wenn auch deutlich schwächer als die Landwirtschaft, ist der Tourismus. Dieser macht rund ein Drittel des Bruttoinlandproduktes aus.

Zahlungsmittel ist der tansanische Schilling. Außerdem werden die meisten Kreditkarten (MasterCard und VISA am verbreitetsten) und in touristischen Gebieten auch US-Dollar akzeptiert.

 

LGBT Travel

Regenbogen-Blume in Tansania

Foto: Sharon Pittaway

Gleichgeschlechtliche Handlungen sind in Tansania leider verboten und werden strafrechtlich verfolgt. Homosexualität ist ein gesellschaftliches Tabu und man sollte sich möglichst neutral verhalten. Zuneigung in der Öffentlichkeit zu zeigen, wird selbst bei heterosexuellen Paaren missbilligt – halten Sie sich zurück!

 

Einreisebestimmungen

Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen für die Einreise nach Tansania aktuell ein Visum. Sie brauchen für den Visaantrag nebst verschiedenen offiziellen Dokumenten ein Passfoto und ein gültiges Ausreiseticket. Zudem muss der Reisepass noch mindestens sechs Monate über das Ausreisedatum gültig sein.

Globus

Foto: Slava Bowman

Obwohl man das Visum an verschiedenen Grenzübergängen einholen kann, empfehlen wir, das Dokument bereits in Ihrem Heimatland zu beantragen. So können Sie Ihre Ferien vollumfänglich genießen und müssen sich nicht um Administratives kümmern.

Bitte prüfen Sie die aktuellen und vollumfänglichen Angaben vor der Reise bei der tansanischen Botschaft in Ihrem Heimatland.

 

Impfungen

Für die Einreise sind keine Impfungen vorgeschrieben, dennoch werden folgende Schutzimpfungen empfohlen: Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Masern und Hepatitis A. Wenn Sie aus einem Gelbfieber-Gebiet anreisen, benötigen Sie einen entsprechenden Impfnachweis.

Auf dem Festland herrscht unterhalb von 1800 Metern über Meer ein hohes Malariarisiko, in Sansibar wird das Risiko als mittel eingeschätzt. Wir empfehlen die Mitnahme eines Notfallmedikamentes. Diese Angaben sind ohne Gewähr und die Gesundheitsbestimmungen für Tansania können sich jederzeit ändern. Bitte suchen Sie vor Ihrer Abreise unbedingt einen Arzt auf und lassen Sie sich beraten! Weitere Informationen gibt es bei der Weltgesundheitsorganisation.

 

Giraffenherde in der Savanne

Giraffen in der Savanne in Tansania

 

Wie hat Ihnen dieser informative Ausflug nach Ostafrika gefallen? Wenn Sie mehr über Tansania erfahren möchten oder sich sogar bereits für eine Reise entschieden haben, freuen sich unsere Reise-Experten auf Ihre Kontaktaufnahme!

 

Folgende Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren:

Traumziel Afrika in 100 Bildern

Der ultimative Reiseführer: Kenia

Teil 1: Einzigartiges Ostafrika

Teil 2: Unsere Tipps und Highlights in Ostafrika