von Katharina Riebesel am 23. Januar 2020
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Waren Sie schon einmal auf Augen… ich meine Fußhöhe mit einem Elefanten? Das können Sie als Gast der Mhondoro Safari Lodge ändern. Wie genau, erfahren Sie etwas später in meiner Review. Die Unterkunft punktet jedoch nicht nur mit eindrucksvollen Tierbegegnungen, sondern auch mit freundlichem Service und leckerem Essen. Lesen Sie mehr über meinen Aufenthalt im Norden von Südafrika und finden Sie heraus, welche tierischen Besucher den Swimmingpool der Lodge einfach lieben.

Vom Lanseria International Airport nördlich von Johannesburg sind es gemütliche drei Stunden bis zum Welgevonden Game Reserve. Während ich mit den anderen Reisejournalisten im Shuttlebus sitze, wechseln sich Felder, dichte Gewitterwolken und später felsige Hügellandschaften vor dem Fenster ab. Dann erreichen wir den Willkommensbereich des Reservats. Wir werden von Greg, unserem Guide, mit Drinks und Snacks herzlich empfangen. Nach einem erfrischenden Gin Tonic setzen wir unsere Fahrt in einem offenen Geländewagen fort.

Die malerische Landschaft im Welgevonden Game Reserve

Die unberührte Landschaft im Welgevonden Game Reserve

Unberechenbare Natur

Wir werden mit einer kleinen Gesangseinlage, jeder Menge Händeschütteln und einem weiteren Welcome Drink in der Lodge begrüßt. Dann gibt’s eine große Überraschung zum Mittagessen, das jeden Tag im Familien-Style mit großen Portionen zum Teilen gereicht wird: Sushi. Sushi im Busch! Definitiv das letzte Gericht, an das ich gedacht habe. Nach dem Essen mache ich mich schnell in meiner Suite frisch. Gemeinsam mit den Autoren Debbie und Richard übernachte ich in der großen Villa, die wie für Familien mit älteren Kindern oder Freunde gemacht ist. Auf unserer ersten Pirschfahrt stehen wir erst einmal im Stau. Zwei männliche Breitmaulnashörner (White Rhino) buhlen mehr oder weniger ernsthaft um ein Weibchen mit Nachwuchs, das übrigens äußerst unbeeindruckt von den Machtspielchen bleibt. Während zwei andere Fahrzeuge geduldig warten, bis die Dickhäuter den Weg wieder freigeben, entscheidet sich Greg für eine alternative Route. Endlich wieder Fahrtwind!

Als es dunkel wird, bemerken wir auf einmal den Geruch von verbranntem Gras. In einem anderen Teil des Reservats lodert ein Buschfeuer. Doch zum Glück dauert es nicht lange, bis der langersehnte Regen einsetzt. Greg verteilt Regenjacken an uns und schon kann unsere Fahrt weitergehen. Dann piept das Funkgerät verhältnismäßig häufig und die Mhondoro-Guides sprechen aufgeregt über eine Sichtung. Inzwischen ist es stockdunkel. Auf einem Weg, der links und rechts von Felsen gesäumt wird, hält Greg an und stellt den Motor ab. „Gleich werdet ihr sehen, warum wir hier warten.“ Ein anderes Fahrzeug kommt uns im Schritttempo entgegen und dann erkenne ich im Scheinwerferlicht ein stolzes Löwenmännchen, das träge durch den Regen schlendert. Löwen sind wirklich riesig – denke ich, als der Löwe direkt an meiner Seite des Geländewagens vorbeigeht. Er hält für ein paar Sekunden inne, guckt mir direkt in die Augen und setzt seine Reise dann fort. Gänsehaut.

Zwei männliche Breitmaulnashörner kämpfen um ein Weibchen im Welgevonden Game Reserve

Wer kann sich durchsetzen?, Foto: Katharina Riebesel

Tierische Besucher in der Lodge

Sogar vor und nach den Safari-Aktivitäten muss man keinesfalls auf Tiersichtungen verzichten. Tagsüber kommen unter anderem Warzenschweine, Gnus und Zebras zum Wasserloch. Sobald es dunkel wird, gesellen sich auch deutlich größere Tiere dazu. Als ich mich fürs Abendessen umziehe, bemerke ich auf einmal ein lautes Schlürfgeräusch. Ich habe eine Vermutung, woher es kommt und gehe auf die Terrasse unserer Villa. Ja, da stehen sie.

Drei Elefanten sind bis zu unserem Swimmingpool gekommen, um mit ihren Rüsseln genüsslich Salzwasser zu trinken. Hoch bis zur Terrasse können die Tiere jedoch nicht kommen und so beobachte ich die Herde ganz sicher aus nur zwei Metern Entfernung. Doch nicht nur unser Swimmingpool scheint beliebt zu sein, auch am Gemeinschaftspool stehen die Dickhäuter Schlange, obwohl sie gerade nur mal so mit ihren Rüsseln ins Wasser kommen. Was tut man nicht alles für einen Schlummertrunk! Nun habe ich aber auch langsam Hunger und Durst.

Ein Elefant trinkt aus dem Pool der Mhondoro Safari Lodge

Prost!, Foto: Mhondoro Safari Lodge & Villa

Nachwuchs beim König der Savanne

Neuer Tag, neue Chance auf Tiersichtungen. Greg hat uns gestern erzählt, dass beide Löwenrudel in der Region Nachwuchs haben. Ich bin optimistisch, dass wir die kleinen Großkatzen heute sehen werden. Wir machen uns auf die Suche nach dem Southern Pride und finden tatsächlich eines der Weibchen. Die Löwin schleicht sich rund 200 Meter vor unseren Augen an ein Dutzend Impalas heran. Wir beobachten ihr Heranschleichen für eine ganze Weile. Leider gibt sie ihre Position dann zu früh preis, die Huftiere warnen sich gegenseitig mit ihrem schnaufenden Alarmruf und galoppieren davon. Vielleicht hat sie ja beim nächsten Mal mehr Glück.

Wir wollen die Schwester der erfolglosen Jägerin aufspüren, die mit ihrem Nachwuchs ganz in der Nähe sein soll. Nach ein paar Momenten habe auch ich die Löwin im hohen Gras erspäht. Sie ruft nach ihren Babys. Wir bleiben auf Distanz und warten, bis das Weibchen direkt an uns vorbeiläuft, weiterhin mit tiefen Rufen. Dann tauchen zwei putzige Löwenbabys auf. In ungewöhnlich hohen Stimmen sagen selbst Greg und Richard, wie niedlich die achtwöchigen Löwen doch sind. Sie tapsen um ihre Mutter herum, trinken aus einem kleinen Bach und spielen miteinander. Es ist das erste Mal, dass ich so kleine Löwen in der Natur beobachte. Ich versuche, diesen Moment so gut wie möglich in meiner Erinnerung abzuspeichern.

Löwin mit niedlichem Nachwuchs im Welgevonden Game Reserve

Eine unvergessliche Sichtung, Foto: Katharina Riebesel

Buschwanderung in der Hitze Südafrikas

Den nächsten Tag fange ich ganz entspannt mit einem Bad samt Blick aufs Wasserloch an, doch dann geht’s ordentlich zur Sache. Auf einer Buschwanderung erkunden wir knapp zwei Stunden das Umland der Lodge. Bis dato habe ich wohl eher an Buschspaziergängen teilgenommen, denn Greg gibt ein forsches Tempo an. Bei strahlendem Sonnenschein (ohne Schatten) trabe ich durchs kniehohe Gras, wandere Hügel hinauf und wieder hinunter und springe hier und da von Felsen zu Felsen. Tiere haben wir auf unserem abenteuerlichen Ausflug zwar nicht gesehen, doch nur eine Stunde später wurde eine Löwin direkt auf unserer Route gesichtet. Da kann man nichts machen, das sind die Regeln der Natur.

Unser letzter Abend gipfelt in einem kulinarischen sowie kulturellen Highlight: ein traditionelles Boma-Dinner. Ehrlich gesagt war ich zunächst zwiegespalten, als die Mitarbeiter zu tanzen und singen anfingen, doch als ich sehe, dass alle viel Spaß bei der Show haben, ist mir das Ganze dann auch nicht mehr unangenehm. Zum Essen gibt es Allerlei vom Braai: Kudu, Fisch, Salate, Lamm, hausgemachtes Chakalaka und natürlich reichlich Wein. Bevor wir am nächsten Morgen abreisen, lasse ich es mir nicht nehmen, durch den Tunnel zum Hide am Wasserloch zu gehen. Als Fotograf muss man das Versteck auf Fußhöhe von Elefanten & Co einfach lieben. Dann neigt sich unser Safari-Abenteuer leider auch schon dem Ende.

Sie haben Lust, in der Mhondoro Safari Lodge zu übernachten? Dann kontaktieren Sie unsere Reiseexperten und schon bald werden Sie bei Greg im Wagen sitzen und sich von ihm sämtliche Vogelgesänge sowie die vielen weiteren Wunder der südafrikanischen Natur zeigen lassen. Wir sehen uns in Afrika!

Titelbild: Mhondoro Safari Lodge & Villa