von Fabiana Seitz am 30. August 2017
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Alle kennen sie und jeder will sie sehen. Die Rede ist von Afrikas „Big Five“ – Elefant, Löwe, Leopard, Büffel und Nashorn. Keine Frage: Diese Ikonen des Tierreichs sind in freier Wildbahn ein unvergesslicher Anblick. Doch nebst diesen prominenten Fünf gibt es auf dem afrikanischen Kontinent sage und schreibe über 1100 Säugetiere und über 2600 Vogelarten. Auf Safari kann man also durchaus auch auf weniger berühmte Tiere treffen. Diskrete Kreaturen, die sich nicht gerne in der Öffentlichkeit zeigen und nur mit viel Glück blicken lassen. Wir haben uns bei Kennern des Buschs umgehört und erkundigt, welchen verborgenen Wildtieren sie gerne auf Safari begegnen würden. Dürfen wir vorstellen: Hier kommen die geheimen Stars des Buschs, abseits von Rummel und Rampenlicht.

 

1. Das Pangolin

Das Pangolin

Kaum jemand kennt es und doch ist das Pangolin das meist gejagte Tier der Welt. Denn das Fleisch des Schuppentiers gilt besonders im asiatischen Raum als Delikatesse, während den Schuppen medizinische und magische Kräfte nachgesagt werden. Wilderei stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, so könnte der kleine Erdbewohner schon in 15 Jahren von unserem Planeten verschwunden sein! Zum Glück rückt das Pangolin aber immer mehr in den Fokus der Tierschützer. Das skurrile Tier ist ein wahrer Eigenbrötler und gar nicht so leicht zu finden. Ganz langsam, gut getarnt und vor allem nachts, durchstreift das weltweit einzige Säugetier mit Schuppen die Savannen Afrikas und die Regenwälder Asiens. Für viele Safari-Guides ist die Begegnung mit einem Pangolin wie ein Sechser im Lotto! Am ehesten ist dieses einzigartige Aufeinandertreffen im Tswalu Kalahari Game Reserve in Südafrika möglich.

 

2. Das Erdferkel

Das Erdferkel

Lustig sieht es aus, das Erdferkel: Wie ein kleines Schweinchen mit langen Hasenohren. Einst von den Ägyptern verehrt, ist das Erdferkel heute in ganz Afrika südlich der Sahara zu finden – überall dort, wo es Termiten und Ameisen gibt. Es lebt in Savannen und offenem Buschland und kommt nur nachts aus seiner Erdhöhle heraus, um seinen Hunger zu stillen. Selbst betonharte Termitenbauten stellen dank seiner starken Klauen kein Hindernis dar und die Ameisen werden mit der langen Zunge ganz einfach aufgeleckt. Auch wenn Erdferkel zu den am häufigsten vorkommenden Säugetieren Afrikas gehören, sind sie in freier Wildbahn extrem schwer zu beobachten. Am besten stehen die Chancen auf einer Nachtsafari im Kwandwe Game Reserve.

 

3. Der Afrikanische Wildhund

Der Afrikanische Wildhund

Auch bekannt als „Bemalter Wolf“ gilt der Afrikanische Wildhund als eines der meist bedrohten Tiere Afrikas, so gibt es heute nur noch zwischen 3000 bis 5000 frei lebende Wildhunde. Der Afrikanische Wildhund lebt im Rudel und gemeinsam durchstreifen sie weite Gebiete, dies können auch gut mal bis zu 50 Kilometer pro Tag sein. Die Fellzeichnung jedes Afrikanischen Wildhundes ist einzigartig, es gibt keine zwei Hunde, die gleich aussehen. Die letzten noch lebenden Wildhunde finden sich südlich des Äquators, rund um das Okavango-Delta und im Schutzgebiet der Zentral-Kalahari.

 

4. Der Serval

Der Serval

Auf den ersten Blick könnte man ihn leicht mit einem jungen Geparden oder Leoparden verwechseln, doch hier handelt es sich um eine weit weniger bekannte Raubkatze. Der Serval ist sehr scheu und zeigt sich nur nachts. Dank seinen großen Ohren kann er seine Beute selbst im Dunkeln aufspüren und über die Hälfte seiner Jagdversuche sind als erfolgreich zu verzeichnen – was um einiges effizienter ist, als die Jagdversuche seiner größeren Cousins Löwe und Leopard. Der Einzelgänger kann dank seinen langen Beinen mühelos bis zu drei Meter hochspringen und sogar Vögel im Flug fangen. Am wohlsten fühlt sich die Buschkatze in der Savanne Afrikas.

 

5. Der Honigdachs

Der Honigdachs

Ganz schön flauschig und süß sieht er aus, der Honigdachs. Doch der Schein trügt. Denn dieses Geschöpf, das an eine Kreuzung zwischen Stink- und Faultier erinnert, gilt als das furchtloseste Tier der Welt: So plündert der Honigdachs ohne Bedenken Bienenstöcke, steckt den Biss von Giftschlangen locker weg und nimmt es auch mal mit Löwen, Leoparden und Büffeln auf. Denn fühlt sich der Honigdachs bedroht, stürzt er sich auf seinen Gegner, egal wie groß oder stark dieser ist. Wenn Sie zu den Mutigen gehören und dem Honigdachs in freier Wildbahn begegnen wollen, dann am besten in Timbavati oder in der Kalahari aus sicherer Entfernung und vom Geländewagen aus – und nicht wie im Falle der Autorin auf der allerersten Wanderung durch den Busch (eine Begegnung, die – zu Ihrer Beruhigung – glücklicherweise glimpflich ausgegangen ist).

 

Natürlich ist jede Tierbegegnung ein einmaliges Safari-Erlebnis. Doch hatten auch Sie schon mal das Glück und haben einen dieser seltenen Fünf gesichtet? Oder vielleicht einen anderen geheimen Star des Buschs? Lassen Sie uns an Ihrer Begegnung teilhaben und hinterlassen Sie einen Kommentar.