von Katharina Riebesel am 5. Januar 2018
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Obwohl unser Kontinent mit luxuriösen Lodges und exklusiven Safari-Erlebnissen lockt, stehen Tierschutz und Nachhaltigkeit bei immer mehr Urlaubern im Vordergrund. Wildlife ACT ist ein Paradebeispiel für erfolgreiche Projekte in Afrika. Als Volunteer helfen Sie Rangern beim Tracking und Monitoring von gefährdeten Tierarten oder bauen kostbare maritime Ökosysteme wieder auf. Lust auf Eco-Tourismus? Wir stellen Ihnen die Freiwilligenarbeit beim Wildlife ACT vor.

 

Wo werde ich als Ehrenamtlicher tätig sein?

Wildlife ACT bietet Ihnen die Möglichkeit, Teil eines Projektes in Südafrika, Botswana, Malawi oder auf den Seychellen zu werden. Die Endagered-Species-Monitoring-Programme im südafrikanischen Zululand fokussieren sich auf gefährdete Tiere, wobei Sie hauptsächlich beim Beobachten unterschiedlicher Arten helfen. Sie können die Mitarbeiter im Hluhluwe-iMfolozi Park, uMkhuze Game Reserve, Tembe Elephant Park, Somkhanda Game Reserve und Manyoni Private Game Reserve als Volunteer unterstützen. Auf den Seychellen hingegen stehen beim Seychelles-Conservation-Projekt der Schutz sowie Wiederaufbau eines funktionierenden Ökosystems im Vordergrund. Somit haben Sie zwischen Tier- und Umweltschutz an verschiedenen Standorten die Wahl.

Nahaufnahme eines Afrikanischen Wildhundes mit einem Anti-Fallen-Halsband und Sender

Foto: Wildlife ACT

 

Wer kann sich als Volunteer bewerben?

Jeder ab 18 Jahren kann sich bei den Programmen des Wildlife ACT engagieren. Lediglich für die Volunteerstätigkeit in Botswana ist es erforderlich, dass Sie an einer Universität eingeschrieben sind. Außerdem ist es ratsam, dass Sie über eine gewisse Grundfitness verfügen, da die Arbeit – so lohnenswert sie auch ist – durchaus schweißtreibend ist.

 

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Die meisten Programme sind für jeweils zwei Wochen angesetzt. Wenn Sie Ihren Afrika-Urlaub mit Freiwilligenarbeit beginnen und mit einer traumhaften Safari im Krüger Nationalpark oder einem Städtetrip nach Kapstadt abschließen möchten, ist dies also kein Problem. Sie können sich dem Arten- oder Umweltschutz allerdings auch für längere Zeit  widmen. In Südafrika haben Sie die Chance, alle zwei Wochen in einem neuen Park mitzuhelfen. Wer an dem Programm auf der paradiesischen Insel North Island teilnimmt, sollte mindestens vier Wochen einplanen.

Spitzmaulnashorn mit Nachwuchs

Foto: Cathy Withers

 

Mit welchen Tieren werde ich arbeiten?

Wenn Sie sich für das Endangered Species Programme entscheiden, werden Sie jeden Tag mit faszinierenden Tieren wie Afrikanischen Wildhunden, Nashörnern, Geiern, Leoparden, Löwen, Elefanten oder Geparden arbeiten. Aber auch auf den Seychellen werden Sie wilden Tieren wie der Echten Karettschildkröte begegnen.

 

Was gehört zu meinen täglichen Aufgaben?

Die Tätigkeiten als Volunteer hängen natürlich vom Programm und Ort ab. Sie arbeiten rund sieben Stunden am Tag, wobei die Arbeit in der Wildnis meist viel schneller zu vergehen scheint. In der Regel beginnt ein Arbeitstag schon vor Sonnenaufgang. In Südafrika spüren Sie im offenen Geländewagen beispielsweise Wildhunde auf und helfen dabei, Rudel mit Sendern sowie Anti-Fallen-Halsbändern auszustatten. Nicht selten müssen Tiere aus Schlingfallen gerettet und versorgt werden. Auch die systematische Enthornung von Nashörnern kann zu Ihren Aufgaben gehören. Sie dokumentieren die Bestände von Geiern sowie Elefanten und planen Umsiedlungen von Löwen. Auf den Seychellen arbeiten Sie Hand in Hand mit der lokalen Bevölkerung und stellen den Schutz der maritimen Flora und Fauna sicher, pflegen das maritime Ökosystem und widmen sich der Überwachung der heimischen Tierwelt.

Tierschützer vom Wildlife ACT kümmern sich um ein betäubtes Spitzmaulnashorn

Foto: Bronwen Reynolds, Wildlife ACT

 

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Sie wundern sich vielleicht, dass Sie für Ihre ehrenamtliche Arbeit zahlen sollen. Doch dies hat gute, nachvollziehbare Gründe: Zum einen sind mit Ihrem Beitrag Unterkunft sowie Frühstück, Mittag- und Abendessen bereits abgedeckt. Zum anderen unterstützen Sie Tierreservate, die sich Tracking- und Monitoring-Maßnahmen ansonsten nicht leisten könnten. Der Wildlife ACT bietet seinen Service nämlich kostenlos an. Zudem werden mit Ihrem Zuschuss Equipment, Benzin sowie die Instandhaltung der Geländewagen und ein Teil der Gehälter der lokalen Mitarbeiter finanziert. Ein zweiwöchiger Aufenthalt in Afrika – umgeben von wilden Tieren und atemberaubender Landschaft – ab einem Preis von €1141.56 klingt da nach einem super Angebot, oder?

Ein Mann und eine Frau statten einen Afrikanischen Wildhund mit einem Anti-Fallen-Halsband und Sender aus

Zwei Wildlife ACT-Mitarbeiter versorgen einen Afrikanischen Wildhund

 

Warum sollte ich mich für den Wildlife ACT entscheiden?

Hier lassen wir einfach mal die erfreulichen Zahlen für sich sprechen. Seit 2010 hat der Wildlife ACT…

  • mehr als 250 Nashörner mit Sendern ausgestattet
  • über 100 Afrikanische Wildhunde aus Fallen gerettet
  • für mehr als 30 Löwen ein neues Zuhause gefunden
  • das Verhalten von über 130 Elefanten genau beobachtet
  • 125 Geier mit Sendern versehen

 

Sie möchten Ihren Afrika-Urlaub dazu nutzen, den Tierschutz in Afrika oder die Erhaltung eines einzigartigen maritimen Ökosystems tatkräftig zu unterstützen? Dann werden Sie hier zum Volunteer! Die Arbeit in unberührter Natur wird mit einmaligen Tierbegegnungen und unvergesslichen Erfahrungen belohnt.

Leopard mit blauen Augen blickt in die Kamera

Foto: Arnfinn Johansen

 

Hier gibt es weitere Lektüre zum Thema Nachhaltigkeit in Afrika:

Nachhaltiger Tourismus in Afrika

Luxus im Einklang mit der Natur – Nachhaltige Lodges in Afrika

Mutter Erde zuliebe – Natur- und Tierschutzprojekte in Afrika

 

Titelbild: Wildlife ACT