von Romana Bleisch am 18. September 2017
5 min read

Am 22. September ist Welt-Nashorn-Tag!

Da uns dieses faszinierende Wesen sehr am Herzen liegt – Rhino Africa trägt den Namen mit Stolz – möchten wir Ihnen etwas mehr über die afrikanischen Nashörner, die zweitgrößten Landsäuger der Erde und Mitglied der legendären „Big Five“, erzählen.

Wegen seines Horns gejagt, ist das Nashorn heute vom Aussterben bedroht. Traurigerweise wurden über 90 Prozent der Nashörner in den letzten 40 Jahren getötet. Wertvoller als Gold soll ihr Horn auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden.

Breitmaulnashorn oder weißes Nashorn mit Nachwuchs

Breitmaulnashorn mit Nachwuchs, Foto: Barry O´Brien

Schwarz-weiss Aufnahme Nashorn

#savethehorn, Foto: Gurveer Sira

Schon gewusst?

Nashörner sind Vegetarier, erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 50km/h und werden in der Regel zwischen 30 und 50 Jahre alt. Die Tiere haben ausgesprochen schlechte Augen, dafür einen umso besseren Geruchssinn und ein ausgezeichnetes Gehör. Sie können ein anderes Lebewesen aus 20 Metern Distanz zwar nicht sehen, aber riechen und hören.

Nashorn mit Vögeln in der Savanne

Nashorn-Vogel-Gespann, Foto: Anna Mart

Oft kann man beobachten, wie mehrere Vögel auf einem Nashorn sitzen. Auf der dicken Haut des Nashorns finden sich diverse Insekten und Zecken, welche die Vögel rauspicken. Zudem fliegen die Vögel davon, wenn Sie Gefahr wittern oder aufgeschreckt werden – eine klassische Win-win-Situation.

Nashorn in der Steppe bestäubt sein Horn

Faszinierendes Wesen, Foto: Dave Gale

Insgesamt gibt es fünf Unterarten, die unseren Planeten immerhin schon seit mehreren Jahrmillionen bevölkern: Breitmaulnashorn, Spitzmaulnashorn, Panzernashorn, Java-Nashorn und Sumatra-Nashorn.

Breit- und Spitzmaulnashörner leben in der Savanne und im tropischen oder subtropischen Grasland. Sie bilden über 80 Prozent des heutigen Nashornbestandes weltweit und kommen im südlichen und östlichen Afrika vor. Afrikanische Nashörner haben zwei Hörner, welche der Verteidigung dienen. Die restlichen Arten haben nur ein Horn, sind in der Regel kleiner und leben in Indien, Indonesien und Nepal.

Alle Arten sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Nashornbaby beschützt schlafende Mutter

Nashorn mit Nachwuchs, Foto: Karin Keller

Das Breitmaulnashorn

Das Breitmaulnashorn ist die größte Nashornart: Bis zu 3600 Kilogramm schwer und 1,8 Meter groß (Schulterhöhe) kann es werden. Es wird auch weißes Nashorn genannt. Nicht, dass dieses Nashorn weiß wäre, sondern auf Afrikaans heißt „wyd“ so viel wie Englisch „wide“, also „breit“. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um eine Fehlübersetzung. Denn die breiten Lippen erleichtern dem Nashorn, Gras und Bodenpflanzen zu fressen, was seine Hauptnahrung darstellt. Der Bestand hat sich von nur 50 verbliebenen wilden Tieren auf zirka 20000 erholt. Dennoch gilt es nach wie vor als gefährdet.

Breitmaulnashorn gräst friedlich

Breitmaulnashorn mit Londolozi Game Reserve in Südafrika, Foto: Judy Boch

Das Spitzmaulnashorn

Auch das Spitzmaulnashorn trägt den Namen dank der Lippenform. Das Tier ernährt sich vor allem von Sträuchern, Stauden und kleinen Bäumen, also von Futter das nicht direkt am Boden wächst und es mit den spitzen Lippen abzupfen kann.

Das Spitzmaulnashorn ist mit 1,7 Metern Schulterhöhe etwas kleiner als das Breitmaulnashorn. Gab es ursprünglich noch mehrere tausend Exemplare dieser Art, sind die Bestände auf zirka 5000 Tiere geschrumpft.

Spitznashornpaar im afrikanischen Busch

Männliches und weibliches Spitzmaulnashorn, Foto: Quintus Strauss

Asiatische Nashörner

Die Bestände der asiatischen Nashornarten haben sich dramatisch verringert und es gibt heute nur noch zirka 60 Java-Nashörner, 100 Sumatra-Nashörner und 3500 Panzernashörner. Sie sind kleiner als die afrikanischen Arten und leben vorwiegend in sumpfigen Gebieten. Panzernashörner können sogar ausgezeichnet schwimmen und tauchen.

Graue Giganten bei Sonnenuntergang

Staubiger Sonnenuntergang, Foto: Anna-Mart Kruger

Wilderei

Allein im Jahr 2016 wurden in Südafrika 1054 Nashörner wegen ihres Horns brutal getötet – Tendenz steigend. Die Wilderei auf die bewundernswerten Tiere hat sich seit 2007 um 9000% erhöht.

Des Horns beraubt

Enthorntes Nashorn, Foto: Victor Breytenbach

Insbesondere in China und Vietnam gilt das Horn als äußerst wertvoll. Es wird zu Pulver verarbeitet und in Medikamente, Nahrungsmittel und Kosmetikprodukte gemischt. Vom Horn verspricht man sich Wohlstand, Status, Macht und Erfolg. Zudem gilt das Horn als fiebersenkend, schmerzlindernd und soll Kater sowie Krebs vorbeugen – ein vermeintliches Wundermittel.

In der Tat handelt es sich beim Horn um zusammengewachsene Keratinfasern – also die gleiche Substanz wie Fingernägel oder Haare. Diverse Tierschutz-Initiativen bestreben die Konsumenten wachzurütteln, bisher leider ohne Erfolg. Bis heute glauben die Konsumenten fest an diesen Mythos, obwohl die effektive Wirkung nie nachgewiesen wurde.

Sozialer Status hat einen hohen Preis: Laut verschiedenen Medienberichten soll ein Kilogramm Horn auf dem Schwarzmarkt zu Preisen von 50000 bis 90000 Euro gehandelt werden. Habgier auf Kosten der Natur.

Drei Breitmaulnashörner in Northern Cape

Drei Breitmaulnashörner in Northern Cape, Foto: Cathy Withers-Clarke

Engagement zur Rettung des Nashorns

Rhino Africa engagiert sich in Zusammenarbeit mit Wildlife ACT und Save the Rhino Trust gegen die Jagd auf Nashörner und andere bedrohte Spezies.

Nashorn mit Nachwuchs am Wasserloch

Nashornmutter mit Nachwuchs, Foto: Curt Howell

Was andere tun:

  • Auch berühmte Persönlichkeiten setzen sich für den Schutz des Nashorns ein. Darunter Jackie Chan sowie Prinz William und David Beckham.
  • Patrouillen in Naturschutzgebieten und Aufklärungsprogramme sollen weitere Wilderei eindämmen. Eine beeindruckende Frauen-Gruppe nennt sich Black Mambas – Frauenpower im Kampf gegen Wilderei.
  • Das US-Start-up Pembient stellt per 3D-Drucker künstliches Horn her. Durch Beigabe von Nashorn-DNS soll es nicht vom Original zu unterscheiden sein. Die Kritik von Tierschützern lautet, dass bereits heute 90 Prozent des gehandelten Horns gefälscht ist und den Markt nicht zugunsten der Dickhäuter beeinflussen konnte.
Zwei Breitmaulnashörner liefern sich ein Rennen

Machtkampf der Breitmaulnashörner, Foto: Bo Dabi

Was Sie tun können:

  • Sharing is Caring – machen Sie auf das Problem aufmerksam und teilen Sie diesen Beitrag.
  • Reisen Sie mit Rhino Africa. Mit einer Buchung helfen Sie den Wildlife ACT zu unterstützen und zu finanzieren.
  • Spenden Sie für den Wildlife ACT oder den Save the Rhino Trust.
  • Helfen Sie ehrenamtlich und erleben Sie die Schutzbemühungen aus erster Hand.
  • Wenn Sie vermuten, dass jemand Horn kauft oder verkauft, melden Sie das umgehend den Behörden.
Nashorn in der Dunkelheit

Foto: Curt Howell

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

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