Oktober 30

Gepard vs. Leopard – Wo liegt der Unterschied?

10  Kommentare

Oktober 30, 2017

Die beiden Raubkatzen mögen auf den ersten Blick sehr ähnlich aussehen. Majestätisch und stolz ziehen sie durch die Wildnis, ein wunderschönes Fell ziert ihren Körper und gefährlich sind sie. Wo also liegt der Unterschied?

Die faszinierenden Wesen sind perfekt an ihr Jagdverhalten und ihren Lebensraum angepasst – und genau da liegen die markanten Unterscheidungsmerkmale.

Denn der Gepard und der Leopard haben auf den zweiten Blick wenig gemein. Wir stellen Ihnen die doch sehr unterschiedlichen Raubkatzen vor – der Vergleich Gepard vs. Leopard!

Umrisse Leopard in Baum bei Dämmerung
Im Schatten der Dämmerung, Foto: Arnfinn Johansen

 

Kopf

Der offensichtlichste Unterschied ist das Gesicht.

Kuschelnde Leoparden in der Savanne
Kuschelnde Geparden, Foto: Sally Hilton

Während der Leopard zwischen Ohren und Schnauze ein ähnliches Muster wie auf dem restlichen Körper aufweist, finden sich beim Geparden weniger Flecken am Kopf und von den Augen verlaufen zwei schwarze Tränenstriche bis zur Schnauze. Es ist nicht ganz klar, wozu diese Linien dienen, es wird aber vermutet, dass sie das Sonnenlicht absorbieren, sodass die Raubkatze beim Sprint weniger geblendet wird. Die Augen des Leoparden sind oft grün bis blau gefärbt, während der Gepard eher bräunliche Augen hat.

Leopard mit blauen Augen
Grüne Perlen, Foto: Timothy Hibbins

 

Körperbau

Geparden sind die schnellsten Landtiere der Erde und können auf kurzen Strecken Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h und mehr erreichen. Dieser Fähigkeit ist auch ihr Körper angepasst. Sie sind stromlinienförmig und schlank gebaut. Ihre Beine sind lang, muskulös und äußerst biegsam. Die Krallen der Geparden – sie können diese nicht einziehen – verschaffen ihnen bei hohem Tempo beste Bodenhaftung.

Gepard im Sprint mit Antilope
Gepard bei der Jagd, Foto: Katja Baumann-Kouwenberg

Das „Big Five„-Mitglied Leopard erreicht „nur“ Geschwindigkeiten bis 60 km/h, ist aber klar stärker als der Gepard und entsprechend ist seine Erscheinung robuster. Der Körper ist muskulöser und kräftiger, was das Klettern auf Bäume begünstigt. Wie Hauskatzen können Leoparden ihre Krallen einziehen, was für ihr Leben auf den Ästen in vielerlei Hinsicht ein praktisches Werkzeug ist.

Leopard auf Baum
Ich kann dich sehen, Foto: Shaun Atkinson

Der Schwanz des Geparden ist eher flach und dient der Raubkatze zur Steuerung beim Sprint. Der Leopard hat hingegen einen rundlichen Schwanz, der hilft, die Balance zu halten, wenn er schwere Beutetiere wie Antilopen oder Wildschweine den Baum hochhievt.

Leopard klettert den Baum herunter
Kletterstunde, Foto: Giuliano Nese

 

Fell

Schwarze, unifarbene Flecken zieren das goldgelbe Fell des Geparden.

Gepard schaut zurück am Wasserloch
Gepard am Wasserloch, Foto: Heste de Beer

Das Fleckenmuster des Leoparden weist dagegen verschiedene Farbtöne auf und ist auf dem Rücken rosettenförmig angeordnet. Die Flecken variieren farblich von ganz schwarz bis hellbraun.

Leopard von hinten in der Savanne
Leopard in Okavango, Foto: Ian Strange

Lebensraum und Jagdverhalten

Beide Raubkatzen haben den idealen Körper für Ihre Lebensweise. Leoparden verbringen den Großteil ihrer Zeit auf Bäumen. Dank ihres Fells sind sie bestens getarnt und können entspannt abwarten, bis das nächste Beutetier unter dem Baum durchspaziert.

Leopard lauert auf Baum
Leopard wartet auf das nächste Beutetier, Foto: Jana Scherf

Wenn Leoparden die Baumkronen doch verlassen, pirschen sie sich leise durch den Busch an ihre Beute heran – auch im Gras stets bestens getarnt. Nachdem der Leopard das Opfer aus dem Hinterhalt angegriffen und getötet hat, zieht er es den Baum hoch und verspeist es dort in aller Ruhe, ohne dass ein anderer Räuber die Beute klauen kann. Leoparden sind vorwiegend nachtaktiv. Sie wollen diese stolzen Tiere einmal hautnah inmitten der unberührten Natur Afrikas erleben? Das Sabi Sand Game Reserve ist weltweit einer der besten Orte, um Leoparden hautnah zu beobachten.

Leopardenpäärchen in der Savanne
Leoparden in der Savanne auf der Pirsch, Foto: Joshua Tough

Der Vorteil der Geparden ist definitiv ihre Geschwindigkeit und diese erreichen sie am besten in offenen Ebenen, in denen sie von möglichst wenig Hindernissen ausgebremst werden. Entsprechend sind sie insbesondere in der Savanne und weniger dichter Vegetation unterwegs. Wenn sie ein Beutetier – meist Gazellen – im Visier haben, jagen sie es so lange, bis sie dem Opfer in die Beine springen und es stürzen können.

Gepard jagt Antilope
Gepard auf der Jagd, Foto: Mike Walsh

Durch einen gezielten Biss töten sie das Tier. Diese Jagdweise ist für Geparden sehr anstrengend. Sobald sie die Beute erlegt haben, fressen sie ihr Opfer so schnell wie möglich, da sie kaum noch Energie haben, sich vor größeren Raubkatzen zu verteidigen, die ihnen die Beute klauen wollen. Geparden vermeiden es, in der Nacht unterwegs zu sein, wenn andere Raubkatzen auf der Pirsch sind, die ihnen gefährlich werden könnten. Auf Safari erleben Sie die flinken Raubkatzen unter anderem in Namibia, in Tansania, Kenia und Südafrika.

Gepard mit Beute
Der Todesbiss, Foto: Sunil Manicketh

 

Fortpflanzung

Auch da hat die Natur vorgesorgt. Da Geparden schwächer sind und mehr Feinde haben, sind auch ihre Überlebenschancen geringer. Daher bringen sie pro Wurf vier bis sechs Jungtiere zur Welt, in der Hoffnung, dass zumindest ein Teil des Nachwuchses überlebt. Leoparden hingegen bringen nur zwei, manchmal drei Junge zur Welt, da die Chancen besser stehen, dass diese zu einer eigenständigen Raubkatze heranwachsen.

Gepardenmutter mit Jungem
Gepardenmutter mit Jungem, Foto: Arnfinn Johansen

 

Leopardenbaby in Baumstrunk
Leopardenbaby, Foto: Alistair Swartz

 

Na, können Sie die beiden Raubkatzen jetzt unterscheiden? Testen Sie Ihr Wissen in diesem Mini-Quiz!

Titelfoto: Randal Ormston

 

 

Wir hoffen, der Beitrag über Leoparden und Geparden hat Ihnen gefallen und Sie haben etwas dazugelernt.

Kommen Ihnen weitere Unterscheidungsmerkmale in den Sinn? Teilen Sie uns diese in den Kommentaren mit!

 

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Foto-Safari, Inspiration, Natur, Wildnis


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Über den Autor

Romana Bleisch

Aufgewachsen in einem Tal in den Schweizer Voralpen, war Romana umgeben von glücklichen Kühen, saftigen Wäldern und tiefblauen Seen. Bereits als Kind reiste Sie mit ihren Eltern durch Europa, was ihre Leidenschaft fürs Reisen und die große, weite Welt weckte. Mit 18 Jahren zog sie nach Zürich und investierte fortan jeden Franken in ihre Passion für andere Kulturen. Verschiedene Trips nach Südamerika, Asien, den Mittleren Osten und Australien folgten. Vor drei Jahren reiste sie mit dem Rucksack von Nairobi nach Sansibar und hat sich umgehend in die Schönheit dieses Kontinents verliebt. Sie wollte zurück, und zwar je früher desto besser. Im Rahmen ihres Studiums in angewandten Sprachen nahm sie die Stelle als German Content Writer an – die perfekte Gelegenheit!

  • Super Beitrag. Wir haben unser Frühstück mit dieser Einlage an neuem Wissen versüßt und fühlen uns durch die Abhandlung sehr gut informiert.
    Danke. 🙂

    • Lieber David,

      es freut uns sehr, dass Ihnen unser Artikel über den Unterschied zwischen Leoparden und Geparden gefällt. Hoffentlich können Sie das neue Wissen schon bald auf einer Safari anwenden! 😉

      Liebe Grüße aus Kapstadt,

      Katharina

  • Hallo Romana,
    das ist ein toller Beitrag und dazu noch leicht verständlich erklärt.
    Wir hatten gerade im TV die Raubkatzen gesehen und da kam eben die Frage auf, Gepard oder Leopard.
    Danke dafür, war super?☺️

    • Lieber Jörg,

      es freut uns sehr, dass Ihnen unser Blogbeitrag weitergeholfen hat.
      Hoffentlich können Sie das neue Wissen schon bald auf Safari anwenden. 🙂

      Liebe Grüße aus Kapstadt,

      Katharina

  • Ich lese gerade „aus Kapstadt“… da bin ich erst vor einigen Wochen wieder zurück nach Spanien gekommen. Safari vom Pferderücken aus. Habe die Unterschiede wie ein Kind ins Gedächtnis aufgesaugt und werde sie nie wieder vergessen. 🙂 Danke Katharina (Verantwortliche der Seite?) und Romana.

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