von Katharina Riebesel am 11. Mai 2018
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Am 14. Juni ist es endlich wieder soweit: 32 Fußballmannschaften kicken bei der FIFA Weltmeisterschaft in Russland um den Titel. Vor acht Jahren hat Südafrika das Turnier ausgetragen und unser Herz mit feiernden Fans erobert. Erinnern Sie sich noch an die Highlights und emotionalen Momente der Weltmeisterschaft in Südafrika? Von Thomas Müller über Waka Waka bis zu den unvergesslichen Vuvuzelas – wir helfen Ihrem Gedächtnis auf die Sprünge.

Vuvuzelas – lautstarker Fansupport

Südafrikanischer Fußballfan trötet mit einer Vuvuzela in einem gefüllten Stadion - Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika

Stimmungsbild der WM 2010, Foto: Andrew Moore

Wie könnten wir den ohrenbetäubenden Sound tausender Vuvuzelas jemals vergessen? Südafrikanische Fans feuerten ihr Team „Bafana Bafana“ dermaßen lautstark an, dass die ARD ihre Mikrofone für Stadionatmosphäre aufs Nötigste runterpegeln musste. Die UEFA sowie Bundesligaclubs wie Dortmund, Bremen und Stuttgart reagierten mit einem Verbot der bunten Tröten. Uns bleiben die Vuvuzelas als einer der Protagonisten der WM 2010 für immer im Gedächtnis – und im Ohr!

 

Sternstunde neuer Fußballtalente

Thomas Müller im Trikot der deutschen Nationalmannschaft

Torschützenkönig der WM in Südafrika, Foto: Steindy

Gut, Deutschland hat es es bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika nicht auf den ersten Platz geschafft, dafür wurden neue Stars der Fußballwelt entdeckt. Thomas Müller feierte sein WM-Debüt beim 4:0 gegen Australien. Der Stürmer wurde als bester Nachwuchsspieler UND erfolgreichster Torjäger des Turniers ausgezeichnet. Fünfmal versenkte er den Ball im Netz und wir durften jubeln. Argentiniens Diego Forlán wurde bester Spieler der WM, Iker Casillas bester Torwart und Spanien erhielt den Fairplay-Preis.

 

Shakiras Waka Waka

„Tsamina mina eh eh, Waka waka eh eh…“ auch wer beim Refrain in der Bantusprache Fang etwas textunsicher war, hat den WM-Song 2010 dennoch aus vollem Herzen mitgesungen. Das Lied von Shakira basiert auf „Zangalewa“ von der kamerunischen Band Golden Sounds. Noch lange nach der WM in Südafrika haben Schulkinder im ganzen Land die Moves aus dem Musikvideo nachgetanzt. Und mal ehrlich: Wer kann bei diesen Beats schon ruhig sitzen bleiben?

 

Erste Fußball-Weltmeisterschaft in Afrika

Ein Herz aus buntem Mosaik formt die Flagge Südafrikas auf rotem Backstein

Ein Herz für (Süd-)Afrika, Foto: Katharina Riebesel

Für den afrikanischen Kontinent war die Weltmeisterschaft in Südafrika vor allem eines: ein Meilenstein. Die Regenbogennation und Marokko hatten sich schon vorher einmal als Austragungsländer beworben – allerdings ohne Erfolg. 2001 verkündete die FIFA, dass für die Fußball-WM 2010 ausschließlich afrikanische Bewerber zugelassen sind. Südafrika erhielt vor allem dank Nelson Mandelas Engagement den Vorzug gegenüber Ägypten und Marokko. Schon beim Confederations Cup 2009 hat uns die Regenbogennation in WM-Stimmung versetzt. Gewonnen hat das Vorbereitungsturnier Brasilien.

 

Weltmeisterschaft in Südafrika: Wenige, dafür geniale Tore

Millionen Südafrikaner sprangen euphorisch auf, als Siphiwe Tshabalala beim Eröffnungsspiel gegen Mexiko traf – was für ein Tor und was für eine Tanzeinlage im Anschluss! Auch die deutsche Nationalmannschaft ließ uns ausgelassen jubeln: Im ersten deutschen Gruppenspiel traf Lukas Podolski als erstes und sorgte für beste Stimmung im Stadion sowie beim Public Viewing. Im letzten Gruppenspiel gegen Ghana schoss Mesut Özil in der zweiten Halbzeit das Siegtor gegen Ghana – und wie! Oder haben Sie noch das 4:1 gegen England vor Augen?

 

Enttäuschende Leistungen von Brasilien und Argentinien

Spiel zwischen Brasilien und Argentinien bei der WM 2010 in Südafrika

Beide Teams enttäuschten bei der WM 2010, Foto: Marcello Casal

Die Fußballnationen Brasilien und Argentinien konnten als Mannschaften bei der WM 2010 in Südafrika nicht überzeugen. Selbst Spitzenspieler wie Lionel Messi, Carlos Tévez, Ángel Di María und Javier Mascherano konnten nicht verhindern, dass Argentinien nach einer 0:4-Pleite im Viertelfinale gegen Deutschland rausflog. Auch für Brasilien war im Viertelfinale Schluss. Die Elf konnte sich gegen den Vizeweltmeister Niederlande mit einem überragenden Wesley Sneijder nicht durchsetzen.

 

Faszinierende Stadien

Blick ins Moses Mabhida Stadion in Durban

Das Moses Mabhida Stadion in Durban, Foto: Party Sooth

Um mehr als 90000 Fußballbegeisterten Platz zu bieten, wurde das Soccer City Stadium in Johannesburg für die Weltmeisterschaft in Südafrika komplett ausgebaut und modernisiert. Ebenfalls angetan haben es uns das Moses Mabhida Stadium samt SkyCar und Aussichtsplattform sowie das kapstädter Stadion an der Table Bay.

 

Bedeutung des Events für Südafrikas Fußball

Südafrikanische Fußballfans feiern bei der WM 2010 im Stadion

Eine Nation feiert gemeinsam, Foto: Celso Flores

Okay, gegen die Nationalsportart Rugby und auch gegen Cricket konnte sich Fußball in Südafrika trotz der Fußball-Weltmeisterschaft nicht durchsetzen. Aber die südafrikanische Profifußballliga Premier Soccer League hat sich als eine der besten des Kontinents etabliert. Selbst, wenn die WM-Stadien heutzutage hauptsächlich für Konzerte und andere Großveranstaltungen genutzt werden, hat die WM 2010 maßgeblich zur Beliebtheit der Sportart beigetragen.

 

Nelson Mandelas Auftritt

Portrait von Nelson Mandela in seiner ehemaligen Gefängniszelle auf Robben Island

Nelson Mandela, Foto: Jurgen Schadeberg

Es war der bewegendste Moment der Fußball-WM 2010: Vor dem Finale wurde der Nationalheld und ehemaliger Präsident Nelson Mandela durchs Stadion gefahren. Die Massen feierten den Friedensnobelpreisträger mit „Madiba“-Rufen – ein Gänsehautmoment. Trotz gesundheitlicher Probleme und entgegen ärztlichen Rates ließ es sich der Vater der Nation nicht nehmen, mit seinen Südafrikanern zu feiern. Es war einer der letzten öffentlichen Auftritte Mandelas, der 2013 verstarb.

 

Auch, wenn Südafrika die FIFA Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr nicht austrägt, lohnt sich ein Besuch unseres faszinierenden Landes. Kapstadt, die legendären „Big Five“ im Krüger Nationalpark, die malerische Garden Route – dies alles hat Russland schließlich nicht zu bieten. Sportbars, ausgelassene Stimmung und jede Menge Bier – wir freuen uns darauf, die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 von Südafrika aus zu zelebrieren.

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Titelbild: Octagon