von Romana Bleisch am 7. Februar 2018
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Für viele beginnt eine Reise nach Südafrika, Botswana oder Namibia in Johannesburg. Von Einheimischen auch liebevoll Jozi, Joburg, Egoli oder Gauteng genannt, beheimatet Johannesburg einen der größten Flughäfen in ganz Afrika und ist das Tor zu einem unvergesslichen Abenteuer in die afrikanische Wildnis. Viele Weltentdecker planen einen Zwischenstopp in der südafrikanischen Metropole ein und wir verraten Ihnen, welche Aktivitäten in Johannesburg in ein oder zwei Tagen geplant werden können.

Die Skyline von Johannesburg aus der Vogelperspektive

Skyline in Joburg

Apartheid Museum

Die dramatische Geschichte Südafrikas hat die Welt bewegt. Über 40 Jahre lang wurde der Alltag in der Regenbogennation durch drastische Apartheitsgesetze bestimmt. Bis heute hinterlässt dieses dunkle Kapitel ein tiefschürfendes Trauma bei der Bevölkerung Südafrikas und der ganzen Welt.

Eingang des Apartheid-Museums - eine der besten Aktivitäten in Johannesburg

Eingang Apartheidmuseum, Foto: Cedric Weber

Das Apartheid Museum bietet einen umfassenden Einblick in die Ära, in der nicht jeder Mensch die gleichen Rechte genoss, und dokumentiert auf beeindruckende Weise, wie die Apartheid entstand, erlebt wurde und letztendlich zugrunde ging. Portraits von Zeitzeugen oder Anti-Apartheitskämpfern wie Nelson Mandela sowie weitere spannende und lehrreiche Elemente finden sich in diesem Museum. Für einen Besuch sollte man zwei bis vier Stunden einplanen.

Öffnungszeiten: Täglich von 09.00 bis 17.00 Uhr

Eintrittsgebühr: Erwachsene 85 Rand / Kinder und Senioren 70 Rand

Adresse: Northern Park Way / Gold Reef Road

Soweto

Eines der größten Townships in Südafrika wurde nach seinem Standort benannt, nämlich South Western Townships – kurz Soweto. Der ehemals riesige Slum im Südwesten der Stadt ist heute ein beliebter Vorort und bietet zahlreiche Aktivitäten sowie ein pulsierendes Nachtleben. Natürlich konnten nicht alle Gegenden mit der modernen Entwicklung Schritt halten, jedoch gibt es in Soweto diverse Wohngegenden, die der oberen Mittelklasse angehören. Begeben Sie sich in der Vilakazi Street, dem ehemaligen Zuhause von Nelson Mandela und Desmond Tutu, auf die Spuren der zwei Ikonen – die einzige Straße weltweit, die sich gleich mit zwei Friedensnobelpreisträgern schmücken kann.

Haustafel Museum Nelson Mandela in Soweto

Eine Straße, zwei Helden, Foto: Romana Bleisch

Das einstige Zuhause von Nelson Mandela ist heute ein Museum, das man gegen eine Gebühr von 60 Rand besichtigen kann.

Dem regen Treiben in Soweto kann man von einem der vielen Restaurants aus zuschauen und Adrenalinjunkies können sich von den berühmten Orlando Towers, dem Wahrzeichen Sowetos, bei einem Bungee-Sprung in die Tiefe stürzen.

Orlando Towers mit bunter Bemalung und Bungee-Sprungbrücke in Soweto, Johannesburg

Orlando Towers in Soweto, Foto: Romana Bleisch

Besichtigung einer Goldmine

Nicht per Zufall trägt Johannesburg den Spitznamen Egoli, was in der Sprache der Zulu so viel bedeutet wie „Stadt des Goldes“, denn in und um die Millionenstadt finden sich zahlreiche Goldminen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden in der Umgebung die ersten Goldvorkommen entdeckt, was einen wahren Goldrausch ausgelöst und tausende Glückssuchende angezogen hat – die Geburtsstunde der südafrikanischen Großstadt.

Aktivitäten in Johannesburg: Offene Goldmine bei schönem Wetter

Johannesburg, die Stadt des Goldes, Foto: Brian Voon Yee Yap

Die Minen sind heute stillgelegt, doch kann man einige davon besichtigen und sich auf einer geführten Tour auf die Spuren vergangener Goldgräberzeiten begeben. Der Hauptsitz der Standard Bank mitten im Zentrum ist gar auf einer Goldmine gebaut, welche heute für Besucher geöffnet ist.

Maboneng

Das lebendige Viertel Maboneng ist wie eine kleine Oase in der sonst so geschäftigen Stadt und hat sich in den letzten Jahren zum kreativen Schmelzpunkt Johannesburgs gemausert. Der Name „Maboneng“ bedeutet auf Sotho „Platz des Lichtes“ und so leuchtend bunt ist es auch. Zahlreiche Restaurants, Bars, Backpacker-Unterkünfte und Boutiquen zieren die Straßen des Szeneviertels östlich vom Zentrum Johannesburgs.

Straßenansicht in Johannesburgs Trendviertel Maboneng mit Bars und Grafittis

Trendviertel Maboneng, Foto: Romana Bleisch

Die Stimmung ist entspannt, die Hauswände sind mit farbenfrohen Street-Art-Werken geschmückt und Menschen aus allen Schichten und Ecken der Welt kommen hier zusammen. Ein Besuch lohnt sich insbesondere, wenn der wöchentliche Markt stattfindet. Dann kann man lokale Designerprodukte und regionale Leckereien erwerben – der Market on Main findet jeden Sonntag von 10.00 bis 15.00 Uhr statt.

Außenansicht eines Backsteingebäudes mit Cafe und Fahrradständer in Maboneng, Johannesburg

Das Leben in den Straßen von Maboneng, Foto: Romana Bleisch

Märkte und Shopping

Sie haben noch Platz im Koffer? Kein Problem! Denn nebst dem Market on Main in Maboneng gibt es noch zahlreiche weitere Shoppingmöglichkeiten, bei denen Sie Ihre Kreditkarte glühen lassen können. Im Einkaufszentrum Sandton City findet man von H&M über Armani und Prada bis hin zu Adidas alles, was das Herz eines jeden Fashionistas begehrt.

Einkaufszentrum in Johannesburg bei dunkellila Licht

Zahlreiche Shoppingmöglichkeiten in Johannesburg, Foto: Kiwihug

Wer es lieber etwas exklusiver mag, kann im neuartigen Komplex 27 Boxes durch stylische Designerläden stöbern, bevor er in einem der hippen Gastrobetriebe seinen Gaumen verwöhnt. Kulinarikfans können sich zudem auf dem Neighbourgoods Market durch frisch zubereitete Köstlichkeiten aus der Region probieren, während Konzerte gespielt und erfrischende Drinks serviert werden.

Marktstand auf einem Food Market in Johannesburg

Streetfood auf einem der vielen Märkte, Foto: Nick Karvounis

Weitere Shoppingperlen sind Iwasshot in Jo’burg, 44 Stanley, Rosebank Sunday Market oder Hydepark Corner.

Ausflug nach Pretoria

Südafrika zählt gleich drei Hauptstädte, nämlich Bloemfontein, Kapstadt und Pretoria. Für Bloemfontein und Kapstadt reicht ein Nachmittag leider nicht. Jedoch kann man einen Abstecher nach Pretoria unternehmen, das nur rund 90 Minuten von Johannesburg entfernt liegt. In Pretoria befinden sich der Regierungssitz, das Voortrekker Monument und die Union Buildings mit den Büros des Präsidenten.

Lila blühende Bäume in einer Stadt

Jacaranda-Blüte in Pretoria, Foto: Hein Waschefort

Nachdem man sich auf den Geschichtspfad der Nation begeben hat, kann man durch die friedlichen Straßen schlendern und das Flair der Stadt genießen, die sich im November dank hunderter blühender Jacaranda-Bäume in einem lila Blütenkleid zeigt.

Top of Africa

Das Hochhaus im Zentrum der Stadt war einst das höchste Gebäude in Afrika und beherbergte unter anderem ein renommiertes Luxushotel.

Vogelperspektive auf das Stadtzentrum von Johannesburg

Jozi aus der Vogelperspektive, Foto: Romana Bleisch

Da der Komplex heute praktisch leer steht – auf den ersten zwei Stockwerken befinden sich einige Shops und Imbissbuden – kann man in Windeseile mit dem Lift vom Erdgeschoss ins 50. Stockwerk fahren und von dort die Aussicht über die ganze Stadt genießen. Auch wenn es kein tagesfüllender Ausflug ist, lohnt sich der 360-Grad-Ausblick auf die Metropole allemal und gehört zu den beliebtesten Aktivitäten in Johannesburg.

Öffnungszeiten: Täglich von 09.00 bis 17.00 Uhr, sonntags bis 14.00 Uhr

Eintrittsgebühr: Erwachsene 15 Rand / Kinder 10 Rand

Adresse: 150 Commissioner Street

Cradle of Human Kind und Sterkfontein Caves

Auch Archäologie-Interessierte kommen in Johannesburg auf ihre Kosten. Rund 40 Kilometer nordwestlich der Stadt befindet sich das Besucherzentrum Maropeng und „The Cradle of Humankind“ – die Wiege der Menschheit. In den nahe gelegenen Sterkfontein Caves kann man menschliche Fossilien bewundern, die teilweise bis zu vier Millionen Jahre alt sind.

Sterkfontein Caves in South Africa: Australopithecus africanus Mrs.Ples

Schädel von „Mrs Ples“, Foto: José Braga und Didier Descouens

Zu den bekanntesten Entdeckungen der Höhlen gehören „Little Foot“, ein drei Millionen Jahre altes Australopithecus-Skelett, und „Mrs Ples“, ein Skelett, das rund 2,1 Millionen Jahre zurückdatiert. Begeben Sie sich auf eine Zeitreise zum Ursprung des modernen Menschen – Faszination pur!

Öffnungszeiten: Täglich von 09.00 bis 17.00 Uhr

Eintrittsgebühr: Erwachsene 190 Rand / Kinder und Senioren 125 Rand

Adresse: R563 Hekpoort Road, Sterkfontein

 

Sie sehen, dass Joburg einiges zu bieten hat und sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt. Dies war ein kleiner Ausschnitt aus dem Aktivitätsangebot Johannesburgs – natürlich hat die Großstadt noch einiges mehr zu bieten. Sie benötigen weitere Tipps? Schreiben Sie uns einen Kommentar!

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Titelfoto: Romana Bleisch