von Romana Bleisch am 23. Februar 2018
8 min read

Die „Große Tierwanderung“, auch „Große Migration“ genannt, ist eines der spektakulärsten Naturereignisse der Erde und spielt sich in Kenia sowie Tansania in Ostafrika ab. Doch was passiert da eigentlich genau? Was ist an der „Großen Tierwanderung“ so besonders? Wann und wo genau kann man dieses Phänomen beobachten?

Wir beantworten Ihnen die meistgestellten Fragen, damit Sie Ihr Abenteuer bestens informiert starten können.

Gnus überqueren Fluss

Besser als jeder Krimi: Flussüberquerungen in Kenia und Tansania, Foto: Sean Brookes

Was ist die „Große Tierwanderung“?

Bei der „Großen Tierwanderung“ ziehen über 1,5 Millionen Gnus, 400000 Zebras sowie Thomson-Gazellen durch die Savanne in Kenia und Tansania auf der stetigen Suche nach Futter- und Wasserquellen. Dabei kommt es oft zu dramatischen Szenen, denn die Paarhufer werden von diversen Raubtieren wie Löwen, Leoparden oder Geparden verfolgt. Zudem müssen zahlreiche Flüsse überquert werden, in denen hungrige Krokodile lauern. Dieses Schauspiel garantiert Safari-Reisenden ein erstklassiges Erlebnis, denn die „Große Migration“ in Kenia und Tansania ist die größte Tierwanderung der Erde – erleben Sie den Kreislauf der Natur!

Krokodil im Schlamm am Fluss

Gefahr lauert fast überall, Foto: Sean Brookes

Was macht eine Safari rund um die „Große Tierwanderung“ so außergewöhnlich?

Safaris im südlichen Afrika wie im Krüger Nationalpark oder dem Okavango Delta sind ein faszinierendes Abenteuer und es ist überwältigend, wie ein solches Erlebnis die eigene Weltansicht auf den Kopf stellen kann. Die Magie einer Safari ist immer einzigartig. Was in Ostafrika aber speziell ist und Safaris hier von allen anderen abhebt, ist die unfassbare Anzahl an Tieren auf einem Fleck. Tausende, ja Millionen von Gnus, Zebras und Gazellen wandern durch die Savanne. Dazu gesellen sich zahlreiche Raubkatzen, die den Tieren auflauern – eine Klasse für sich.

Leopard auf Baum

Leoparden lauern gut versteckt auf Bäumen, Foto: Jana Scherf

Wo kann man die „Große Tierwanderung“ genau beobachten?

Die Migration findet jährlich in den riesigen Nationalparks Serengeti in Tansania und Masai Mara in Kenia statt. Die Tiere wandern ununterbrochen in einer Art Zirkel durch die Weiten der ostafrikanischen Savanne.

Elefantenfamilie bei Sonnenuntergang

Auch zahlreiche andere Tiere lassen sich in Kenia und Tansania beobachten, Foto: Will Crombie

Wann ist die beste Reisezeit, um die „Große Tierwanderung“ zu erleben?

Die gute Nachricht: Die „Große Tierwanderung“ lässt sich das ganze Jahr über beobachten, je nachdem, wo sich die riesigen Herden gerade aufhalten. Das Klima spielt dabei eine entscheidende Rolle und die Tiere folgen stets dem nächsten saftigen Grün oder der nächsten Wasserquelle. Sind die Weiden abgegrast, ziehen die Tiere weiter – immer dem Regen nach.

Zu Beginn des Jahres, zwischen Januar und März, weiden die Herden in der südlichen Serengeti und über 500000 Jungtiere erblicken hier das Licht der Welt – das sind über 8000 Babys täglich!

Mitte des Jahres sind die spannenden Flussüberquerungen am Mara River in Kenia eine absolute Sensation – besser als jeder Krimi!

Hier geht es zu einer Grafik, zu den besten Reisezeiten für die „Große Tierwanderung“.

Gnus und Flusspferde im Fluss

Gefährliche Flussüberquerungen, Foto: Sean Brookes

Wie viele Tage sollte man einplanen, um die „Große Tierwanderung“ zu erleben?

Zeitmanagement ist nicht immer einfach – auch nicht im afrikanischen Busch. Gemäß unserer Erfahrung empfehlen wir Ihnen, wenn möglich, mindestens drei Nächte in den Nationalparks zu verbringen. Eine Safari ist unübertrefflich und es lohnt sich, genug Zeit einzuplanen, damit man dieses Abenteuer genießen und verarbeiten kann. Doch gilt: Je länger, desto besser! Wenn Sie mehr als drei Nächte in der Savanne Ostafrikas verbringen, lohnt es sich, mehr als eine Lodge zu besuchen.

Auch Nashörner leben in Kenia und Tansania, Foto: Saulius Peckaitis

Welche Reisedestinationen lassen sich ideal kombinieren?

Rund um die „Große Tierwanderung“ in Kenia und Tansania befinden sich zahlreiche spannende Reiseziele in Ostafrika. Besteigen Sie den schneebedeckten Gipfel des majestätischen Kilimandscharo im Nordosten Tansanias oder erfahren Sie bei einer Begegnung mit der Massai mehr über die Kultur des einheimischen Stammes. Wenn Sie noch mehr Safari wünschen, bieten die beiden Länder zahlreiche weitere Möglichkeiten, die „Big Five“ (Löwe, Nashorn, Büffel, Elefant, Leopard) & Co. zu beobachten.

Löwen bei Dämmerung

Junge Löwen bei Dämmerung, Foto: Jane Pearce

So zum Beispiel der Amboseli Nationalpark in Kenia oder der Ngorongoro-Krater in Tansania. An der Küste Kenias findet man traumhafte Badestrände und auf der Insel Sansibar, die unweit vor dem Festland Tansanias liegt, kommen Wassersportler, Tauchfans und Sonnenanbeter auf ihre Kosten. Gorilla-Trekking? Städtetrip? In Ostafrika sind den Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt – setzen Sie sich mit unseren Reise-Experten in Verbindung!

Gnus in der staubigen Savanne

Das Gnu ist auch ein Mitglied der „Ugly Five“, Foto: Sean Brookes

Kann man die Nationalparks in Kenia und Tansania auf eigene Faust mit dem Auto befahren?

Ja, dies ist möglich. So können Besucher der Nationalparks gegen eine Eintrittsgebühr in den öffentlichen Gebieten mit dem eigenen Auto herumfahren. Im Hinblick auf die enorme Größe der Parks würden wir jedoch davon abraten.

Zahlreiche Lodges in der Region bieten ein exklusives Safari-Erlebnis mit geschulten Guides. Diese wissen ganz genau, wo sich das nächste Wasserloch befindet und wo Sie zum Beispiel die legendären „Big Five“ beobachten können.

Nahaufnahme Büffel mit Vogel auf dem Kopf

Büffel-Bulle in der Savanne, Foto: Jane Pearce

Kann man das Fahrzeug verlassen und sich den Tieren nähern?

Nein, das geht nicht. Man sollte stets im Kopf behalten, dass es sich um wilde Tiere handelt und diese gilt es zu respektieren. Selbst wenn die unzähligen Gnus friedlich vor sich hin grasen und weit und breit kein Löwe in Sicht ist, darf man das Fahrzeug nicht verlassen und/oder sich den Tieren nähern.

Sonnenuntergang und Tiere am Grasen

Die traumhaften Sonnenuntergänge in Ostafrika sind einzigartig, Foto: Sean Brookes

Die Natur ist unberechenbar und das gilt auch in einer solch traumhaften Kulisse wie der Savanne Ostafrikas. Verschiedene Lodges bieten aber geführte Buschwanderungen an, auf denen Sie zu Fuß und in Begleitung eines bewaffneten Rangers mehr über die Flora und die kleinen Geheimnisse der Natur erfahren können.

Büffel- und Flusspferdschädel

Der Kreislauf der Natur, Foto: Sean Brookes

Weshalb sind die Lodges in Kenia und Tansania teilweise so teuer?

Auf den ersten Blick ist eine Safari kein Abenteuer für Sparfüchse. Jedoch ist dies ein einzigartiges Erlebnis, das für viele ein Traum, für einige Realität und für wenige ein Hobby wird. Die verschiedenen Nationalparks achten darauf, dass die Gebiete nicht vom Tourismus überrannt werden und stellen sicher, dass sich die Tiere ungestört in ihrem Lebensraum bewegen können.

Exklusivität hat ihren Preis. In den Lodges genießen Sie viel Privatsphäre und in der Regel sind alle Leistungen inbegriffen: von Pirschfahrten mit einem erfahrenen Ranger und Tracker, über Übernachtungen in luxuriösen Camps, bis hin zu erstklassiger Verpflegung mit Sundownern.

Giraffen in der Savanne

Elegante Giraffen in den Ebenen der Savanne, Foto: Sean Brookes

Was packe ich ein und was ziehe ich an?

Auf einer Safari sollten Sie sich wohl fühlen und möglichst viel zu Gesicht bekommen. Daher sollte Ihr Outfit bequem und praktisch sein. Wählen Sie Kleidung in Naturfarben wie Beige, Khaki oder einem matten Grün – Sie wollen schließlich den Büffel mit Ihrem roten Pullover nicht provozieren, richtig?

Safarimode

Foto: wosanai.wordpress.com

Packen Sie ein Fernglas ein, denn oft sind die Tiere nicht in unmittelbarer Nähe oder ein Leopard versteckt sich geschickt in den Baumkronen. Für Hobby-Fotografen bietet eine Safari optimale Gelegenheiten für ergreifende Aufnahmen. Sie haben einen atemberaubenden Moment festgehalten? Trauen Sie sich und nehmen Sie an unserem tollen Fotowettbewerb Africa´s Photographer of the Year teil, damit die nächste Safari-Reise gleich gesichert ist!

Um für den Busch perfekt vorbereitet zu sein, haben wir für Sie zudem eine Safari-Packliste zusammengestellt.

Was nimmt man auf eine Safari mit? Foto: Rana Sawalha

Welche Gesundheitsvorschriften sind auf einer Reise zur „Großen Tierwanderung“ zu beachten?

Offiziell sind zwar keine Impfungen vorgeschrieben. Verschiedene Impfungen werden für Reisen nach Kenia und Tansania aber empfohlen, darunter Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Masern und Hepatitis A. Zudem besteht unter 1800 Metern Höhe ein erhöhtes Malariarisiko. In den Lodges werden in der Regel Moskitonetze und Mückenspray zur Verfügung gestellt. Bitte suchen Sie vor Ihrer Abreise unbedingt einen Arzt auf und lassen Sie sich beraten, damit Sie dieses bezaubernde Abenteuer sorgenfrei genießen können.

Kinder gehen davon, schwarz-weiss

Safari mit Kindern, Foto: Anie Spratt

Kann man die „Große Tierwanderung“ auch mit Kindern erleben?

Die weiten Ebenen in Kenia und Tansania zu erkunden, tausende Gnus, Zebras und Gazellen zu beobachten und sich auf die Spuren der „Big Five“ zu begeben, ist ganz klar das beste Klassenzimmer der Erde. Die Heimat von „König der Löwen“ ist ein Highlight für Groß und Klein. In den Unterkünften gibt es in der Regel Altersbeschränkungen zwischen sechs und zwölf Jahren und einige Lodges punkten mit einem speziellen Kinderprogamm. Für ganz kleine Entdecker ist eine Safari eher nicht empfehlenswert.

Behalten Sie zudem die Gesundheitsbestimmungen im Kopf und bereiten Sie sich frühzeitig auf eine Reise nach Ostafrika vor!

Gnus bei Flussüberquerung

Die „Große Tierwanderung“ hautnah, Foto: Sean Brookes

Alle Fragen beantwortet und bereit für die „Große Tierwanderung“? Weitere Fragen können Sie uns gerne in den Kommentaren stellen. Kontaktieren Sie unsere Reiseexperten, um noch heute Ihr Safari-Abenteuer zu planen.

Titelfoto: Sean Brookes

 

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